Es gibt einen Teil in dir, den niemand je verletzen kann | mit Trauma-Expertin Verena König
Shownotes
In dir ist etwas, das niemand je verletzen konnte. Auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt.
Vielleicht machst du es ständig allen recht, opferst dich auf oder du sabotierst unbewusst genau die Beziehungen, die sich endlich sicher anfühlen. Wenn du dich fragst, warum du dich selbst im Weg stehst, obwohl du dir nichts sehnlicher wünschst als echte Nähe und inneren Frieden, dann ist diese Folge für dich.
In diesem tiefgehenden Gespräch mit Trauma-Expertin Verena König tauchen wir gemeinsam in die faszinierende Welt unserer Psyche ein und betrachten wir das Thema Trauma aus einer liebevollen Perspektive. Du wirst Muster und Schutzstrategien erkennen – wie People Pleasing, emotionale Abschottung, Selbstsabotage – und sie als geniale, lebensrettende Meisterleistungen unseres Systems verstehen.
Das erwartet dich in dieser Folge: – Was Trauma wirklich ist und warum das Gefühl „Ich bin falsch" eine logische Reaktion auf unnormale Ereignisse war – Warum deine Bewältigungsstrategien (wie emotionale Abschottung oder Überanpassung) hochintelligent sind – und wie du sie liebevoll loslässt – Was narzisstische Gewalt mit unserem Bindungssystem macht und woran du sie erkennst – Ein konkretes Tool, um dein Nervensystem im Akutmoment zu regulieren und Sicherheit zu finden – Warum tief in dir ein völlig unversehrter, leuchtender Kern existiert, der nie zerstört wurde
Diese Folge ist eine liebevolle Einladung, dir selbst mit Milde zu begegnen. Deine Reaktionen auf das, was du erlebt hast, sind völlig normal. An dir ist nichts falsch, du hast einfach genial überlebt. Und jetzt darfst du lernen, wirklich zu leben.
Kapitel 00:00 Intro 00:42 Wer ist Verena, wenn sie nicht gerade Trauma erforscht 05:12 „Ich habe keine Angst vor Schmerz" 08:24 Schmerz als Portal 13:42 Was ist Trauma wirklich? 22:15 People Pleasing: Wenn Anpassung dich gerettet hat 30:38 Integration statt Wegmachen 40:31 Kann Trauma dich stärker machen? 44:18 Was dein Nervensystem unter Stress wirklich tut 52:33 „Eine normale Reaktion auf unnormale Umstände" 57:52 Warum du in Beziehungen das Vertraute suchst 01:08:27 Ein Soforttool wenn alles in dir Alarm schlägt 01:12:17 Für Partner da sein, ohne Therapeutin zu sein 01:19:35 Die Selbstwertwunde 01:27:33 „Traumaintegration ist ein Lifestyle" 01:39:30 Red Falgs bei Therapeut*innen 01:47:56 Narzisstische Gewalt erkennen 01:58:34 Spiritualität & Trauma 02:07:46 Outro: Wilhelmine "Alles"
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Rock On & Namasté, Deine Laura
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Hinweis: Diese Folge ersetzt keine Trauma-Therapie. Wenn dich die Themen stark berühren, hol dir gerne professionelle Unterstützung bei einer:einem Therapeut:in oder Traumaexpert:in.
Anlaufstellen: Über die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie (degpt.de) findest du bundesweit traumaspezifisch ausgebildete Therapeut:innen. Bei akuter seelischer Belastung erreichst du die TelefonSeelsorge kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.
Transkript anzeigen
00:00:00: Das, was mich heute am meisten belastet an meinen eigenen Mustern oder Verhaltensweisen war einstmals wahrscheinlich wirklich lebensreckend.
00:00:08: Es ist also eine wichtige Erkenntnis, dass es nicht stimmt, was man über sich denkt!
00:00:16: Dass all das, was mit Entwertung, Beschämung und Abwertungen und Entwürdigung zu tun hat – das ist Fehlinformation von außen.
00:00:27: Das ist Schotter auf dem eigentlichen Kerne auf dem Licht.
00:00:43: Verena, ich freu mich wirklich so unendlich auf diese Zeit mit dir!
00:00:49: Ich beobachte dich schon lange aus der Ferne und genieße deinen Content, geniece deine Arbeit und alles was du machst und hab das Gefühl da so viel... Ah, also es ist einfach so wertvoll!
00:01:04: Und ich bin wirklich freue mich einfach so, dich jetzt hier zu haben und dass wir so viel reden können.
00:01:08: Und das du alles was du mitbringst, dass wir das hier in den Podcast so rein gießen können.
00:01:12: Deswegen einfach danke, Danke, dass du da bist!
00:01:15: Ich bin so gerne und ich freue mich total auf unsere Zeit um hier mit dir zu sein.
00:01:20: Das ist schön.
00:01:22: Du bist ja die Frau für das Thema Trauma.
00:01:30: Wenn es um Trauma geht... Was ist Trauma eigentlich?
00:01:33: begegnen wir Trauma am besten oder so, dass wir damit in die Heilung kommen.
00:01:38: Wie können wir auch einen neuen Blick auf Trauma entwickeln?
00:01:43: Und bevor wir da jetzt richtig tief reintauchen und hoffentlich allen, die gerade zuhören ein besseres Verständnis über Trauma geben können vielleicht auch eine bessere Selbsteinordnung weil ich glaube manchmal ist auch diese Frage habe ich ein Trauma?
00:01:58: hab' ich kein Trauma?
00:01:59: woran erkenne eigentlich mein Trauma?
00:02:02: halte ich mich vielleicht auch an meinem Trauma fest und alles, was damit zusammenhängt würde ich gerne einmal ganz kurz dich ein bisschen besser kennenlernen.
00:02:12: Weil wir uns heute ja auch das erste Mal wirklich persönlich hier gegenüber sitzen und ich glaube es ist ja immer so spannend den Menschen hinter dem Wissen kennenzulernen und hinter all dieser Weisheit die du mitbringst Wer ist Verena?
00:02:24: Wer bist du, wenn du nachmittags bei dir zu Hause im Garten sitzt?
00:02:28: und was ist so deine innere Welt, womit beschäftigst du dich gerade.
00:02:33: Wer bist Du?
00:02:36: Das ist eine sehr große Frage!
00:02:37: Ich
00:02:37: weiß nicht, wir haben Zeit.
00:02:40: Ich bin dabei natürlich es immer wieder und neu entdecken zu lernen wer ich bin.
00:02:45: Also ich glaube, wenn ich nachmittags im Gartensitze bin das mal dazu kommt.
00:02:51: Jemand der auf jeden Fall die Sonne genießt und die Verbindung zur Natur und den Zwitschern entfügeln und der Ruhe um mich Und jemand der ganz viel Hunger und Lust am Leben hat also Ich bin sehr neugierig schon immer und interessiere mich für Menschen in der Tiefe und habe ein ganz tiefes Interesse die Welt zu verstehen Und das ist natürlich schon mal ein Riesenantrieb für meine Arbeit, weil so vieles von dem was wir in der Welt sehen scheint völlig unbegreiflich, unlogisch, unerklärlich und sich den Menschen zuzuwenden.
00:03:28: Das ist so ganz tief mein inneren Impuls.
00:03:34: Ich bin glaube ich auch jemand, der nur in der Tiefe kann also oberflächlich oder nebensächlig.
00:03:46: Das ergibt für mich keinen Sinn und das bedeutet auch, dass ich wenig Ruhe und Raste, sondern dass das schon etwas ist wo ich mich ein bisschen dazu ja disziplinieren muss.
00:04:00: Weil auch in der Tiefe so eine Unerschöpflichkeit liegt.
00:04:04: also es ist ein bisschen manchmal wie wie so Höhlen tauchen würde ich sagen In so einer Höhle, da habe ich immer das Gefühl es muss mehrere Ausgänge geben und ich kann nicht den gleichen Weg zurück.
00:04:17: Sondern ich will dann schon wissen wo gibt's noch ein Winkel oder eine Tür?
00:04:21: Oder einen Ausgang wo Licht reinfällt und wo man weiter kommt?
00:04:26: Ja also verrückte Antwort irgendwie!
00:04:29: Wahrscheinlich ist das deine Art dass du Sachen aus dem Menschen rausholtest die auch in der Tiefe stecken.
00:04:35: aber ich würde sagen das wäre meine heutige Antwort auf wer ist denn die Verena?
00:04:41: Es ist so schön, weil ich finde mich da gerade in dieser Antwort auch extrem wieder.
00:04:46: Gerade was du gesagt hast, dass diese Hunger aufs Leben oder das Leben in der Tiefe verstehen zu wollen und im Sinn geben zu wollen, dieses Tief tauchen zu wollen eigentlich nie so Satz zu sein von all dem, was es zu verstehen, zu erleben, zu erkennen gibt.
00:05:06: Da fühle ich, das kann ich gerade wirklich zu einer Millionen Prozent nachfühlen.
00:05:11: Schön!
00:05:12: Wie gehst du dann gleichzeitig damit um in deiner Arbeit ja auf der anderen Seite auch mit ganz viel Schmerz konfrontiert zu sein?
00:05:20: Mit ganz vielen Lebensgeschichten wo man manchmal glaube ich wieder auch grad gesagt hast, wo das Leben manchmal so schwer zu verstehen ist und warum sind die Dinge wie sie sind?
00:05:31: Und bevor wir jetzt gleich in die inhaltliche tiefere Ebene gehen Wie gehst du mit dieser Polarität um?
00:05:41: Für dich einfach.
00:05:42: Also wie bleibst du für dich in der Freude, in der Liebe und dem Vertrauen im Leben gegenüber wenn du gleichzeitig auch so viel siehst was soviel Schmerz verursacht oder auch bei Menschen einfach diese Verletzung erlebst und bezeugt.
00:06:03: Also ich glaube das spielt mehrere zusammen.
00:06:06: zum einen ist es so dass durch Diese Tiefe, die mich einfach interessiert auch glaube ich keine Angst vor Schmerz da ist.
00:06:15: Weil das ist ja... Da ist der Mensch in der Tiefe berührt.
00:06:19: Wo Verletzungen wirken, da ist wirklich auch die Essenz eines Menschen ganz nahe.
00:06:25: also da spüren wir einfach auch worum es geht und das ist natürlich deswegen für mich meine Anfangszeichen.
00:06:32: so Leidenschaft mit Menschen zusammenzuarbeiten, die schwer versehrt wurden, bringt ganz authentische und echte Begegnung mit sich.
00:06:42: Und das ist für mich sehr wertvoll!
00:06:44: Also es enthält eine Kraft.
00:06:49: Ich habe keine Angst vor der Tiefe oder dem Schmerz.
00:06:53: Der andere wichtige Aspekt ist der, dass ich immer mit Menschen zusammensitze, die etwas überlebt haben was für mich bedeutet, sie sind größer als das was ihnen passiert ist.
00:07:05: Und da ist etwas Unversehrtes noch da!
00:07:09: Was auch wahrscheinlich mit dazu beigetragen hat dass Sie heute da sitzen.
00:07:13: Das ist so mein Menschenbild und das bedeutet ich sitze immer jemandem gegenüber dem ich den nicht als gebrochen oder verletzt in erster Linie wahrnehme sondern den ich als extrem stark ... lebend, mit dem Leben verbunden und auch als bewundernswert betrachte.
00:07:34: Und das ist glaube ich eine gute Voraussetzung.
00:07:37: Oh!
00:07:39: Ich glaub' es sind so mit die schönsten Sätze, die jemals in diesem Podcast gesprochen
00:07:43: worden
00:07:44: sind für Gott zu sagen... Okay, ich kann jetzt hier... Mein Job is done!
00:07:51: Ja aber ich also zum einen lass uns da einmal kurz... den ersten Teil und dann zum zweiten Teil gehen.
00:07:56: Du hast gerade gesagt, du hast keine Angst vor dem
00:07:59: Schmerz.".
00:08:01: Und von dem wie ich Menschen ganz oft erlebe ist es ja so dass die meisten diese Angst vor diesem Schmerzen haben und deswegen kreieren wir alle eine Million Strategien was wir tun können um diesen schmerzjahr nicht zu begegnen weil wir glauben wenn wir ihn denn dann fühlen dann brechen wir auseinander dann ist vorbei.
00:08:25: Was hat bei dir erst mal dazu geführt, dass du keine Angst vor Schmerz hast?
00:08:29: Also wie ist deine eigene Erfahrung mit Schmerzen.
00:08:33: Was hat dir vielleicht geholfen mit deinem Erfahrungen umzugehen?
00:08:37: und genau dann gehen wir da gleich noch tiefer ein.
00:08:41: Ja also ich habe das große Glück und Glück ist fast ein zu schwaches Wort weil es ist es ein Segen Es ist ein Geschenk, es ist ein Glück Dass sich sicher gebunden aufgewachsen bin bei meinen Eltern mir Schutz geben konnten, Geborgenheit geben konnten und damit auch Liebe natürlich.
00:09:00: Und damit einen Vertrauen mitgegeben haben in das Gute im Menschen ins Leben und die Kraft, die irgendwie zu guten Menschen macht.
00:09:12: Ich glaube es ist eine sehr gute Voraussetzung um Begegnungen mit Schmerz zu erleben und die nicht als nur schmerzhaft zu erlebten sondern auch als eingebunden in etwas anderes.
00:09:25: Und das ist ja auch ein ganz wichtiger Faktor, wenn es um Trauma geht und um Traumaheilung – wo wir sicher noch dann nach und nach hinkommen -, dass für ganz viele Betroffene dieser Halt fehlt.
00:09:36: Dass der Schmerz das Einzige ist was bleibt!
00:09:41: Das, was ihnen hält und was ihnen sozusagen auch umgeben kann nicht da ist oder weggebrochen ist und dass wir das wiederfinden müssen?
00:09:49: Oder lernen und bauen
00:09:50: müssen?!
00:09:51: Und ich habe dieses große Glück, dass ich immer gehalten war.
00:09:55: Auch wenn ich das manchmal nicht wusste ist es aber in mir präsent gewesen und ich habe schon auch Situationen erlebt, in denen mich sehr verloren gefühlt hab oder in denen ich den Eindruck hatte da kann mir jetzt überhaupt niemand hier helfen und schon gar nicht kann mich jemand verstehen.
00:10:14: Aber das war nicht ein Gefühl von Verloren sein in dieser Welt.
00:10:21: Also die Qualität von Mutter, Seelen allein habe ich zum Glück am eigenen Leib nicht erlebt.
00:10:30: Und das ist glaube ich eine große Grundlage für die Fähigkeit halt zu geben und Raum zu geben.
00:10:39: Das ist auch wissenschaftlich belegt dass so die sichere Bindung ein großartiger Schutzfaktor ist und ein starker Resilienzfaktore.
00:10:50: Das ist so das eine und ich glaube auch, dass ein Stück Persönlichkeit eben dieses Unversehrte zu sehen in einem Menschen etwas zu sehen was er selbst vielleicht gerade nicht sieht.
00:11:05: Was er vielleicht noch nie gespiegelt bekommen hat.
00:11:08: Und damit bin ich ganz schnell immer in Kontakt und glaub' ich schon immer!
00:11:13: Also es haben auch meine Eltern so gespiegelt oder mir erzählt auch als Kind sehr unmittelbar immer in Kontakt war mit Menschen und dass ich sehr intensiv Verbindung eingegangen bin auf eine leichte Art, und auf so eine ganz natürliche Art.
00:11:29: Und das glaube ich spielt auch noch alle
00:11:33: zu schön.
00:11:35: Ich glaube gerade diese beiden Dinge die du gesagt hast ist eine eben mit einem inneren Urvertrauen dem Schmerz zu begegnen und zu wissen Du hast vorhin so schön gesagt, dass der Schmerz einen auch mit der Essenz verbindet und mit dem was eigentlich wirklich wichtig ist.
00:12:00: Und ich glaube allein darin es ja schon so viel Heilung den Schmerzen wie so ein Portal zu betrachten oder wie irgendwas uns etwas zeigt wenn wir da durchgehen das es uns eigentlich wieder mit etwas tieferem in uns verbinden kann und von dem wegbringt.
00:12:19: Obwohl es sich erst mal so anfühlt?
00:12:21: Genau, dass der Schmerz auch immer ein Ausdruck ist von Leben und von Verbundenheit mit dem Leben also die... Der größte Irrtum das ist so häufig und auch in der Fachwelt bei Therapeuten und Begleiterinnen Es ist oft ein Irrturm oder es ist ein Irrtum der oft passiert und auch kommuniziert wird, dass halt Schmerzen etwas ist was weg muss oder dass Schmerz ein Symptom ist, was irgendwie nur belastend ist.
00:12:52: Und zugleich wäre das eine andere Wahrnehmung
00:12:56: bzw.,
00:12:57: es ist ein Blickwinkelwandel wenn wir uns klar sind, Schmerzen ist Ausdruck von Leben und Schmerze passiert nur da wo jemand fühlt und wo jemand spürt, da ist etwas in Anführungszeichen falsch.
00:13:10: also der schmerz ist auch ein Signal von innen was uns in Richtung bewegen kann, wo es eben wieder Richtung Heilung oder Essenz oder Licht oder Verbundenheit geht.
00:13:24: Und das was du schon angesprochen hast, wo wir sicher auch noch hinkommen sind halt dann unsere cleveren Strategien und ja Ausweichmanöver die wir manchmal als Lösung betrachten und diese sind eher problematisch im Vergleich zum Schmerz.
00:13:41: Okay!
00:13:41: Wir setzen uns jetzt mal unsere Taucherbrille auf.
00:13:43: Dann gehen mal in die Höhle.
00:13:49: Wenn vorne an dieser Höhle Trauma stehen würde.
00:13:54: Was ist das, was ein in dieser Hühle erwartet?
00:13:57: Also was is Trauma wirklich?
00:14:00: Was ist Trauma nicht?
00:14:03: Kann man es überhaupt definieren, trennen abgrenzen und wenn ja wie würdest du's abgrenzten?
00:14:10: Und warum ist es vielleicht auch wichtig von einer Nab zu grenzen?
00:14:16: Also wenn wir uns diese Höhle vorstellen und wir da reintauchen, und es steht Trauma drauf.
00:14:21: Und dann glaube ich ist das Erste was in dieser Höhlle wahrnehmbar ist einfach auf gewirbelter Sand ganz viel Sediment war's die Sicht versperrt Wir haben keine Orientierung da drin und es fehlt Licht Es ist irgendwie dunkel oder es gibt verschiedene Reize bedrohlich erscheinen, da ist irgendwie niemand der hilft und es ist aber ganz viel was lauert.
00:14:47: Wir fühlen uns darin bedroht also in der Traumahöhle oder Hölle.
00:14:54: Da fehlt Orientierung, es gibt keine Sicherheit Es gibt keinen Ausweg Und man isst darin auch eingesperrt.
00:15:00: Also wenn man in die Höhle gerät dann fühlt sich so an als wäre der Ausweg erst mal nicht mehr sichtbar nicht mehr zu sehen oder als wäre sogar die Decke eingestürzt.
00:15:12: Also es fühlt sich ausweglos an.
00:15:15: Trauma ist schon klar zu definieren, es gibt ganz klare medizinische Definitionen und eine Traumafolgestörung ist eine Diagnose.
00:15:23: also da gibt's klare Kriterien in verschiedenen Diagnosenmanualen so dass das eigentlich ganz gut zu definiern ist.
00:15:32: Gleichzeitig ist es aber so, dass Trauma auf einem großen Spektrum stattfindet und eine unglaubliche Symptomvielfalt bereithält in allen Dimensionen unseres Seins.
00:15:44: Auf der Beziehungsebene, auf der Körperebene, bei der Bewusstseinsebene... ...auf der Ebene wie wir uns selbst wahrnehmen, Selbstbild usw.
00:15:56: Und wenn ich's mal ganz kurz im Moment nicht beschreibe dann dann zeichnet sich eine potenziell traumatische Erfahrung dadurch aus, dass wir in so einer Art Höhlensituation geraten wo wir uns bedroht fühlen.
00:16:13: Sicherheit geht verloren Verbundenheit geht verloren Wir fühlen uns ausgeliefert und hilflos Und haben keine Möglichkeit dieser Erfahrung irgendwas entgegenzusetzen.
00:16:25: Also unsere eigenen Bewältigungsstrategien sind zu klein um der Situation etwas entgegenzusetzen.
00:16:33: Das ist erstmal per Definition ein Hochstress erleben, was man als potentiell traumatisch bezeichnet.
00:16:40: und zu einem Trauma wird es dann unter Umständen wenn wir danach, wenn wir irgendwie aus dieser Höhle wieder raus gekommen sind auftauchen und bemerken da ist gar niemand, der versteht was mir gerade passiert ist.
00:16:55: die haben gar nicht mitbekommen dass ich jetzt gerade als anderer Mensch zurückkomme, weil ich so erschüttert wurde und so durchgerüttelt wurde.
00:17:04: Also dass sozusagen Umstände herrschen wie es uns dann schwer machen bzw.
00:17:10: unmöglich machen die Situation das Erlebte zu integrieren.
00:17:15: Das ist im Grunde ganz einfach gesagt was dann zu einer Traumafolge führt.
00:17:20: erstens die Situation die uns maßlos überfordert wo die Bewältigungsstrategien nicht helfen die wir haben Und dann im Nachgang die fehlende Verarbeitung, weil unsere Verarbeitungsmöglichkeiten überstiegen werden.
00:17:35: Da gibt es viele Kriterien und Diagnoselemente, die da eine Rolle spielen – aber das ist so die Basis!
00:17:44: Dazu kommt noch dazu, dass es natürlich ganz unterschiedlich ist in was für einer Lebenssituation man ist, ob man ein Kind ist… was Dinge überhaupt noch nicht verstehen und einordnen kann oder ob man ein Erwachsener ist, der greifen kann.
00:17:59: Das war jetzt gerade richtig aufregend aber ich verstehe was geschehen ist und deswegen ist es gut und erledigt.
00:18:08: also Es ist nicht für jeden maßgeblich klar zu erklären eine solche Situation ist immer traumatisch sondern das kommt auf ganz viele Faktoren Und es gibt auch unterschiedliche Arten von Trauma Also einzelne Ereignisse, die dann zu einer klassischen Traumafolge Symptomatik führen oder das was ganz viele Menschen kennen und was noch weniger gesehen ist.
00:18:33: Das sind so die frühen Traumatisierungen, die vor allem in der Kindheit passieren.
00:18:38: Die dann eher die sogenannten komplexen Traumatasierungen sind wo es um den Verlust von Sicherheit geht durch Elternteile Bezugspersonen, die keine Sicherheit geben können, die nicht genügend Geborgenheit geben können oder die einfach vielleicht sogar bedrohlich und gewalttätig sind.
00:18:56: Wie findet jemand, der jetzt gerade zuhört?
00:19:02: Der jetzt gerade denkt oh ja wenn ich mich meine Kindheit erinnere gefühlt hat man glaube ich schnell Kontakt zu einem Höhlenmoment wenn es so eingegeben hat.
00:19:14: Wenn jetzt gerade jemand zuhörte und für sich merkte oh ja Ich habe glaube ich so einen Höhlemoment Wie kann jemand so was im ersten Moment für sich einordnen?
00:19:28: Also wie geht man damit um, wenn man vielleicht das erste Mal sich bewusst wird.
00:19:34: Oh
00:19:34: okay ja da ist etwas in mir, was ich vielleicht bis jetzt immer ganz gut irgendwie bewältigen konnte mit meinen Strategien und auch dieses Auftauchen, dass man aufgetaucht ist und dann vielleicht gemerkt hat... Es hat, wie du gesagt, es hat gar niemand mitbekommen.
00:19:53: Wo das hat vielleicht sogar jemand mitgekommen?
00:19:55: und noch schlimmer... ...dann wurde mir nicht geholfen oder ich wurde nicht geschützt?
00:20:03: Was sind vielleicht auch so erste Hilfe-Strategien für jemanden der vielleicht jetzt auch noch nicht direkt einen Therapieplatz bekommen weil wir alle wissen es gibt zu wenig Therapieplätze?
00:20:14: Wie würdest du sagen aus deiner Erfahrung was sind vielleicht erste Dinge wie man wie man sich selber dem Trauma begegnen kann, um... Wie du auch sagst vielleicht auch gar nicht mehr so eine Angst davor zu haben.
00:20:26: Sondern vielleicht sogar so ne Neugierde zu entwickeln und zu sagen, hm.
00:20:31: Vielleicht ist da was das in diesem Trauma auch für mich zu finden ist?
00:20:36: Und vielleicht wäre es ja sogar ganz gut und spannend dahin zu gucken oder hinzugehen.
00:20:43: Ja also Meine Erfahrung ist es so, dass Menschen diese entdecken.
00:20:49: Ich hatte wohl so einen Höhlenmoment das da dann manchmal wirklich so kronleuchter aufgehen innerlich wenn man noch etwas mehr Informationen zu Traumantrauma-Dynamiken bekommt.
00:21:00: Denn die meisten Menschen, die betroffen sind erleben als ihr alltägliches.
00:21:07: ich erleben ist, dass sie denken Es ist was mit ihnen falsch.
00:21:11: Sie verstehen nicht, warum sie sind wie sie sind.
00:21:13: Reagieren wie sie reagieren?
00:21:14: Warum Dinge immer wieder passieren oder sich irgendwelche Veränderungen nicht hinkriegen obwohl sie sich so klar sind, sie wollen das verändern.
00:21:22: und dieses grundlegende Gefühl ich bin irgendwie falsch Ich bin anders.
00:21:26: Das ist ein typisches Symptom was Menschen dann erleben auch besonders wenn sie schon viel probiert haben ganz viel vielleicht auch an Kompetenz gesammelt haben, aber bemerken ich kommt da einfach nicht weiter.
00:21:41: Das ist oft trauma-assoziiert weil die Schutzstrategien, die durch Trauma Folgen entstehen also die ganz unbewussten inneren Anpassungsleistungen, die laufen immer unter dem Radar und diese sind stärker als unser Verstand.
00:22:00: Die sind stärkere als unser Wollen als unser Wille.
00:22:04: Hast du ein konkretes Beispiel?
00:22:06: So eine Strategie?
00:22:07: Ja, also nehmen wir doch mal so ein klassisches Beispiel.
00:22:16: Eine junge Frau die Frühtrauma erlebt hat in ihrer Familie und dieses Trauma auch als normal verbucht hat weil sowas in ihre Familie.
00:22:26: Die hat vielleicht als Strategie unbewusst gewählt es allen recht zu machen.
00:22:33: alle die das kennen Mögen einmal tief durchschnaufen, sie sind nicht allein.
00:22:39: Also es recht machen das was man heute so landläufig als People-Pleasing bezeichnet, was eine sehr komplexe auch oft traumabedingte Strategie ist sich anpassen, sich unterordnen, sich zurückstellen und dass auch mit einem Selbstverständnis zu machen was sich gut anfühlt also wo man sich auch gut mit identifizieren kann.
00:23:04: Ich bin unkompliziert, ich bin lieb und ich bin auch stark und ich trage mit.
00:23:09: Also sie hat unbewusst die Strategie gewählt, sich so zu verhalten und auch so zu fühlen und eine Identität um diese Strategie aufzubauen dass Sie irgendwann in Ihrem Leben zum Beispiel Yoga-Retreat sitzt, wo sie jetzt mal endlich ein bisschen Selfcare betreiben möchte.
00:23:33: Vielleicht auch weil man das macht, wenn man eine gute Freundin oder eine junge Frau ist und dann sitzt sie da und kriegt ne Panikattacke beim ersten Mal ruhig werden – und wieder ist sie falsch!
00:23:48: Und kriegt vielleicht sogar noch gesagt es ist doch ein Zeichen von einer inneren Entwicklung, dass du jetzt gerade so intensiv an deine Gefühle kommst und du musst das einfach nur jetzt annähmen.
00:24:01: Und vielleicht noch ein bisschen atmen und dann wird es schon gut.
00:24:05: Dann reißt sie sich zusammen und sie atmet und sie passt sich wieder an.
00:24:09: Sie bleibt die ganze Woche im Yoga Retreat und hat drei oder vier Panikattacken.
00:24:13: Die versucht sie weg zu atmen kommt nach Hause, hat also ihr Yoga-Retreat super absolviert Und die Panikattacken gehen aber nicht mehr weg.
00:24:24: Das wäre so ein klassisches Beispiel von einer Bewältigungsstrategie, funktioniert gut um Scheinensicherheiten zu erzeugen?
00:24:36: Es geht immer darum, die verloren gegangene Sicherheit oder den nie gelernte Sicherheit selbst irgendwie zu kreieren.
00:24:44: Man müsste sie korrekterweise dann Scheinsicherheit nennen.
00:24:48: Und diese Kompensations- oder Überlebensstrategien, die sind nicht solide im Sinne von tragend.
00:24:56: Sondern sie sind immer nur Korsett.
00:24:59: Sie sind eigentlich wie eine Rüstung, die Halt gibt und die dann irgendwann entweder bröseln oder brechen oder die einen daran hindern zu wachsen.
00:25:11: Wenn man sich dann befreien will zum Beispiel durch irgendeine Methode durch Meditation oder was auch immer und die weg tut, weg sprengt dann klappt man zusammen.
00:25:24: Dann kommen die Symptome, dann kommt diese sogenannte Dekompensation weil man sich nicht alleine halten kann und das Korsett, die Überlebensstrategie ein bisher gehalten hat.
00:25:35: Das war jetzt sehr viel Information.
00:25:37: Es waren
00:25:38: viele
00:25:39: Themen die wir aufmachen aber vielleicht ist es greifbar.
00:25:42: Ich finde
00:25:43: es total... greifbar.
00:25:46: Also ich finde, vielleicht wenn wir eine Ebene drüber nochmal gehen... Ich glaube was ja erstmal einfach total spannend und faszinierend ist wie intelligent unsere Psyche ist und was die für tolle Strategien entwickelt in einem Moment wo wir dermaßen verletzt überfordert hilflos Wo wir eigentlich psychisch nicht überleben würden, weil es so schmerzhaft ist.
00:26:19: Und unsere Psyche über uns wie eine Kuppel baut und sagt das ab jetzt bleibst du unter dieser Kuppe ich baue das jetzt über dich drüber.
00:26:29: So ein bisschen wie bei der Truman Show dass wir irgendwann gar nicht wissen was wir in dieser Show sind in dieser Koppel.
00:26:36: Wir da drin laufen alle Schauspieler in unserem Leben und wir spielen selber die ganze Zeit so ne Rolle bis irgendwann ... der dieser,
00:26:44: das Richtigen
00:26:45: fällt doch dann runter bei der Truman Show.
00:26:47: Ja!
00:26:48: Und wir denken okay fuck... Wo bin ich hier eigentlich?
00:26:51: Und da glaube ich dann so einen Moment wie in dem Yoga Retreat wo man dann einmal ruhig wird und das erste Ding auf den Kopf fällt weil man merkt ok ich habe dieses Korsett an und ich bin unter dieser Kuppel.
00:27:06: Was mir zum Beispiel auf meiner Heilungsreise und ich glaube für mich ist es ein bisschen so oder Da können wir gleich auch noch mal darüber reden.
00:27:15: Wann ist der Punkt, wann... Ist man irgendwann wirklich angekommen?
00:27:20: Also gerade wenn man auch Trauma erlebt hat es ist irgendwann gefühlt bei mir ich habe schon wirklich viel viel viel, wenn ich mich jetzt auch vergleiche zu wie ich mich in mir gefühlte vor fünfzehn Jahren oder zwanzig jahren das sind Welten in mir.
00:27:34: also ich hab wirklich das Gefühl Ich bin ein komplett Nicht andere Menschen, sondern viel mehr ich.
00:27:42: Und vielmehr in dieser Essenz von der du gesprochen hast und gleichzeitig bin ich mir aber auch so dankbar für diese Lösungen die meine Psyche für mich aufgebaut hat um überhaupt durchs Leben gehen zu können.
00:27:58: weil gerade glaube ich nur wenn nun hoch sensibil oder einfach ein sehr sensibler Mensch bist grade da ist die psyche.
00:28:06: Wir machen am besten gleich fünf Gruppeln darüber,
00:28:08: komplex vernetzt.
00:28:10: Und was mir einfach so sehr geholfen hat auch ist dieses... Was du ja aussagst diesem Schmerz und diesen Strategien erstmal zu begegnen mit Wertschätzung für sich selbst auch und zu sehen das war alles erst mal für mich gewesen.
00:28:31: Ich habe immer für mich, war das okay.
00:28:32: Es war funktional für eine komplett dysfunktionale Situation.
00:28:37: Ganz genau so!
00:28:37: Das war super!
00:28:38: Ja?
00:28:38: Genau
00:28:39: so?!
00:28:40: Und wenn ich jetzt aber in einem funktionalen Setting leben will dann braucht es andere Strategien und deswegen kann ich das absolut nachempfinden und fühlen was du gerade alles erzählt hast und würde gerne einmal zu diesem Punkt gehen.
00:28:57: dieser Moment Wir sind uns bewusst, wir tragen Korsett.
00:29:03: Wir haben hier Bewältigungsstrategien und wir sind uns darüber bewusst.
00:29:07: Wir wollen gerne... ...und selber das Leben anders erfahren!
00:29:12: Wir wollen uns anders begegnen, wir wollen in der Verletzlichkeit sein,... ...wir wollen in Verbindung sein.
00:29:18: Weil das ist ja so oft was dieses Trauma macht dadurch dass wir unter dieser Kuppel sind.
00:29:22: Wir sind wie unter einer Käseglocke wo man dagegen klopfen kann aber eigentlich wirklich in Verbindungen ist schwierig.
00:29:29: weil Verbindungen ja am Ende eigentlich das ist, wovor wir uns schützen.
00:29:33: Weil das war was uns verletzt hat.
00:29:35: Genau!
00:29:37: Wenn mir jetzt an diesem Punkt sind... Wir bleiben mal bei dem People-Pleasing.
00:29:43: Wir sind jetzt an diesen Punkt und da ist diese junge Frau und die trägt dieses Kossett und sie merkt ... Und sie hat die Panikattacken und sie meckt okay ich will dieses Korsett nicht mehr tragen in dieser Übergangsphase?
00:29:58: Was sind Dinge, die wirklich helfen?
00:30:01: Weil du ja gerade gesagt hast eigentlich kann man sich selber gar nicht halten und diese Sicherheit geben weil zum einen hat man es nie gelernt.
00:30:09: Zum anderen vertraut man dem hier auch gar nicht wirklich.
00:30:12: Und top gibt es ja einen großen Anteil in uns und das ist ja eigentlich der spannendste der gar nicht will dass wir das Korsett verlassen.
00:30:23: Wie begegnen wir diesem Anteil der eigentlich Das sind wir nicht nur das Korsett weiter tragen, sondern am besten ziehen wir uns noch ein
00:30:31: bisschen zuziehen.
00:30:32: Genau!
00:30:33: Weil bis jetzt hat sie ja funktioniert, da haben wir überlebt – wir sind ja noch da.
00:30:39: Also wie begegnet man dieser Intelligenz von diesem Schutzmechanismus?
00:30:44: Dass der eigentlich weiterhin da drin hält und dass man irgendwann sagt es gibt auch eine andere Möglichkeit, die ich mir begegnen kann... meinen Verletzungen begegnen kann und wie ich auch anders in Beziehung sein
00:31:00: kann.
00:31:02: Ja, also was hilft konkret wenn man an diesem Übergang steht oder in dieser Situation, in dieser Lebensphase ist wo man bemerkt dieses Ich besteht aus verschiedenen Teilen und das was sich näher an meiner Essenz anfühlt es will so nicht weitermachen und das kann so irgendwie nicht weiterleben und weitermachten.
00:31:22: und da ist aber dieser Anteil der sagt es geht aber nicht anders.
00:31:25: Und wehe, du wachst was anderes.
00:31:27: Dann wird es eine Vollkatastrophe und deswegen gleich mal Panik.
00:31:33: Schnell her mit der Panik damit du plus keinen Schritt weiter gehst!
00:31:36: Also du hast gerade schon so ein ganz wichtiges Wort gesagt und das war das Wort Wertschätzung.
00:31:43: Was sehr hilft ist eine Haltung zu finden, eine Haltung zu kultivieren die nicht gegen uns selbst gerichtet ist Also die sowas beinhaltet, wie wohl wollen.
00:31:57: Wie Wertschätzung und auch ein Bewusstsein das all das was jetzt zu Problemen geführt hat genau wie du es gerade brillant beschrieben hast einmal funktional war und rettend.
00:32:09: Das was mich heute am meisten belastet an meinen eigenen Mustern oder Verhaltensweisen war einesmals wahrscheinlich wirklich lebensrettend Und dass ist ein ganz großer Ja, Gamechanger für viele dafür Wertschätzung und Anerkennung zu finden.
00:32:25: Weil das die innere Haltung verändert und dass die Beziehung zu sich selbst verändert Und dann sind wir sozusagen alle im Winning-Team Dann gibt es keinen inneren Kampf mehr weil die Richtung stimmt.
00:32:39: Aber natürlich gibt es dann noch auch innere Anteile, die eben davon überzeugt sind Das ist keine gute Idee und das ist eine Lüge, dass Menschen auch nett sein können oder dass Beziehungen sicher sein können.
00:32:49: Oder dass es gut ausgehen könnte!
00:32:53: Und da braucht es auch wieder eher nüchtern gesagt sowas wie ein Erinnerungsupdate Also die Anteile, die diese Überzeugungen tragen sind wie fixiert in dem Erleben von damals.
00:33:07: Die haben einen Entwicklungsdefizit.
00:33:09: Die sind oft ganz wahnsinnig intelligent Manchmal gewieft, also die können wirklich richtig agieren und ja auch sehr dominant sein.
00:33:20: Aber sie haben nicht mitbekommen dass sich die Welt weiter getreten hat und das auf anderen Ebenen der Persönlichkeit Dinge sich entwickelt haben.
00:33:28: Und dass man zum Beispiel nicht mehr hilflos ausgeliefert ist, dass es solche Worte gibt wie Nein was möchte ich nicht oder ich muss eine Nacht drüber schlafen.
00:33:39: Genau!
00:33:40: Das passt für mich nicht.
00:33:41: Oder Ich will das doch nicht
00:33:43: ja?
00:33:44: Oder auch ich möchte in einer Nacht drüberschlafen.
00:33:47: also diese Anteile die sind in der Vergangenheit verwurzelt und wir beschreiben die auch in der Psychotraumatologie als neuronale Netzwerke.
00:33:56: Die inneren Anteile sind neurophysiologische Repräsentanzen von gemachtem Erfahrungen, also die sind Netzwerken, die geschlossen sind und die keine oder wenig Verbindung haben zu den resilienteren, zu den aktuellern, zu dem gesünderen Anteil.
00:34:15: Die sind oft wirklich isoliert.
00:34:18: Deswegen agieren die dann auch so, ich bin jetzt da und alles andere nur geweichen.
00:34:24: Kann man also kurze Zwischenfrage dabei?
00:34:26: Ich finde das...ich bin immer ein krass visueller Mensch!
00:34:29: Und ich habe mir gerade vorgestellt in meinem Gehirn wie ich sozusagen von den resilienteren Anteilen im meinem Geirn kleine Informationsbote zu diesen autarken Traumabwältigungsstrategien Neurologischen Inseln schicken würde.
00:34:46: Würde das helfen, wirklich so visuell sich vorzustellen wie man das vernetzt?
00:34:51: Ja sicher!
00:34:51: Also das ist unter anderem das Prinzip.
00:34:53: Man also vom Prinzip her ist ein Bild eine totale Entsprechung für integrative Traumaarbeit.
00:35:01: dass diese isolierten Netzwerke aus der Isolation rauskommen bedeutet es braucht neuronale Vernetzungen zwischen dem isoliertem Netzwerk und dem heute ich dem Kontrastreichen, dem Ressourcenreichen und dem was so Trauma geprägt ist.
00:35:17: Und es gibt viele Visualisierungstechniken.
00:35:19: also das kannst du gerne mal
00:35:21: probieren!
00:35:22: Ja
00:35:22: ich
00:35:24: will mich gerade am liebsten mal eine halbe Stunde
00:35:25: Technik noch ein paar Boote schicken
00:35:28: und neurologische Boote rüber schicken weil ich schon habe schon das Gefühl Keine Ahnung, ob das jetzt medizinisch sinnvoll ist oder nachvollziehbar.
00:35:40: Aber ich habe schon das Gefühl mit meinem Körper sprechen und ich kann Informationen durchbewusst sein.
00:35:45: also wirklich dass sich meinem Gehirn durch diese Visualisierung das da schon dann was passiert?
00:35:50: Ja!
00:35:51: Also es ist medizinische und auch psychotraumatologisch gedeckt sozusagen ja weil die die Isolierung von der wir gerade sprechen die ist eine psychische Leistung Wie du auch schon sagtest intelligente Leistung unserer Psyche, die vollkommen unbewusst und vorbewusst geschieht.
00:36:09: So
00:36:09: krass oder?
00:36:10: Es ist phänomenal!
00:36:11: Wir sind wirklich Wunder.
00:36:13: Und wir kriegen es erst mal gar nicht mit wie viele wunderbares und krasses in uns geschieht.
00:36:19: also diese Fähigkeit zu isolieren und abzuspalten oder zu verdrängen.
00:36:23: Es gibt so viele Begriffe dafür.
00:36:26: Die ist uns total verfügbar und meistens unbewusst.
00:36:32: Traumotherapie, wie ich sie auch vertrete.
00:36:35: Da geht es ja immer um Integration nicht um Auflösen wegmachen oder so was sondern um Integration.
00:36:41: das bedeutet dass das was da isoliert war integriert werden muss gewissermaßen in das andere.
00:36:47: Das hatten wir vorhin schon mit dem eingebettet sein und das was aus der Isolation kommt kann anfangen sich zu verändern.
00:36:55: Ich nehme auch gerne dieses Bild oder das Wort das Licht unseres Bewusstseins dahin fällt Weil das eine ganz starke Vernetzung ist.
00:37:03: Es bringt ganz viel Verbindung und man kann, es gibt viele Techniken aus der Eustade-Therapie oder in der Chemotherapie oder Internal Family Systems auch die verschiedenen imaginativen Techniken wie PIT aus der Traumatherapie wo man genau sowas macht.
00:37:19: Man könnte hervorragend so kleine Boote schicken und zum Beispiel ein Boot reinstecken.
00:37:25: Wir haben das Jahr im Jahr zwölftausend sechsundzwanzig.
00:37:28: Ich bin gesund Wir leben in einer glücklichen Beziehung.
00:37:32: Ich bin heute sicher, du bist willkommen.
00:37:36: Kann man irgendwann so eine richtige Brücke bauen?
00:37:38: Ja!
00:37:39: Brücke oder halt schönes...
00:37:40: Kontinente, wie
00:37:41: würdest du sagen?
00:37:42: Genau das sind heilsame Bilder und die machen dann auch etwas mit dem Gehirn.
00:37:48: Es
00:37:48: macht direkt was mit mir.
00:37:49: also ich kann.
00:37:50: gerade während wieder darüber sprechen merke ich in mir dass allein das schon entspannt.
00:37:56: Guck mal oder?
00:37:57: Ja es
00:37:57: ist schön.
00:37:59: Und ich habe grad auch gedacht Wenn wir noch mal zurückgehen zu dem Bild von der Höhle, wo ihr Trauma dran steht übertragend wäre das ja auch so ein bisschen weil gefühlt wenn diese Höhles da ist.
00:38:14: Fühlt sich das ja manchmal an als wäre das einzige was es gibt die Höhler als Referenz.
00:38:21: also diese Höle nimmt ja so viel Platz dann manchmal ein.
00:38:25: und wenn wir jetzt bei diesem Bild bleiben zu sehen Wir sind nicht die Höhle, wir sind der ganze Ozean.
00:38:31: Indem diese Höhler auch ist und gravar zu nehmen.
00:38:34: Da ist aber eigentlich dieser ganze Ozian und du kannst da hingehen mit deiner Taschenlampung, kannst es dir angucken?
00:38:40: Aber du bist ja eigentlich nicht mehr in dieser Höhla, auch wenn's sich so anfühlt.
00:38:45: Ja genau!
00:38:46: Und das ist dieses Erinnerungsupdate also... Es ist ganz logisch.
00:38:52: Auch die Integration und auch unsere Heilungswege und Integrationswege sind total intelligent, und total logisch.
00:39:00: Und
00:39:00: nie
00:39:02: irgendwas was man mit dem Willen macht sondern etwas was wieder da sind wir wieder ganz in der Tiefe eine Veränderung oder Wachstum oder Befreiung bedeutet.
00:39:16: Die Boote passen ja auch zu dem Höhlenbild also man könnte auch so kleine U-Boote da rein schicken Manchmal auch, es gibt so viele schöne Analogien und Bilder.
00:39:27: Wenn ich jetzt zum Beispiel mich in die Situation der Traumotherapeutin reinversetze dann würde ich vielleicht sowas sagen wie schau doch mal ob es da vielleicht so was wie eine Orientierungsleine gibt an der Wand der Höhle weil üblicherweise gibts irgendwelche Orientierungspunkte die haben wir nur verloren.
00:39:44: und im übertragenen Sinne ist dann so ne Rettungsleine sowas wie ein Mensch im Leben der gut tut an dem man sich erinnern kann.
00:39:51: und dann merkt man, ah das hier da spür ich was oder so etwas wie ein gutes Gefühl in mir selbst.
00:39:57: Ein Moment in dem ich mich sicher fühle, ach ich habe schon wieder einen Meter raus aus der Höhle oder Richtung Ausgang geschafft oder dass der Dement setzt sich langsam weil es geht eben ja wenn wir den Bild bleiben auch nicht nur darum aus der hülle rauszukommen sondern sie zu sehen sich in ihr auszukennen wahrzunehmen.
00:40:18: Wenn sich der Sand wieder absenkt, dann ist das auch nur ein Ort in meinem Innern.
00:40:24: Der existiert aber wie du sagst indem ich nicht eingesperrt bin, der nur Teil ist von den großen Ozean.
00:40:31: Würdest du sagen dass Trauma und Potenzial eng miteinander verbunden sind?
00:40:40: Also wenn ich in die Welt gucke und mir manchmal angucke Aber es manche Menschen so kreieren und ich dann aber auch sehe, wie viel Schmerz irgendwo auch in ihnen war.
00:40:52: Dass manchmal auch Trauma wie so ein Motor sein kann um Dinge zu vollbringen die wir vielleicht ohne das Trauma gar nicht vollbracht hätten?
00:41:02: Das ist oft so.
00:41:03: Ja also oft passiert das nebenbei auf einem Entwicklungsheilungsintegrationsweg Und da nennt man das so schön Post traumatisches Wachstum Post Traumatik Growth.
00:41:15: Dazu gibt es Forschung und Es ist nicht für jeden Menschen so, der Trauma überwindet.
00:41:22: Das sind ja auch sehr unterschiedliche Formen von Trauma wie vorhin schon so angerissen.
00:41:28: aber ganz viele Menschen beschreiben nach einer Weile also sobald das ihnen anfängt besser zu gehen oder wenn sie auch so merken es ist nicht mehr bestimmend es ist nichts mehr allein alles überdeckend in meinem Leben.
00:41:41: es verändert sich die Gewichtung dass sie dann sowas sagen können, weil ich das erlebt habe und darüber hinaus gewachsen bin.
00:41:53: Kann ich Menschen besser verstehen oder kann ich gute Momente viel mehr genießen?
00:41:59: Oder kann ich die Prioritäten besser setzen in meinem Leben?
00:42:04: Kann viel klarer entscheiden beispielsweise?
00:42:07: Oder mir ist ganz klar, dass sich für meine Kinder diese oder jene Dinge gestalten möchte und dass das unverhandelbar.
00:42:14: Also das sind oft auch solche Früchte, die man ernten kann wenn es einem gelingt und wenn man auch die Möglichkeiten dazu bekommt über die Dinge nach und nach hinaus zu wachsen bzw.
00:42:27: sie zu integrieren und dadurch weiterzuwachsen.
00:42:31: Wenn wir noch einmal kurz zurück zu den Bewältigungsstrategien gehen weil ich finde... Bewältigungsstrategie, mich fasziniert das.
00:42:39: Weil die einfach so smart sind und weil in diesem Default-Mode in uns einfach die ganze Zeit laufen und wir merken gar nicht dass wir da drin sind bis uns irgendwann halt irgendwas auf die Nase fällt und wieder merken okay spannend ist es immer wieder in meinem Leben passiert und oft ist es ja dann auch so dass die Bewältigungsstrategien uns ja dann auch so ein bisschen schützen, indem wir sagen erst nicht unsere Schuld, sondern irgendjemand anderes ist daran Schuld.
00:43:05: Das ist uns das immer wieder passiert.
00:43:09: Hast du noch zwei, drei andere Bewältigung-Strategien abgesehen von dem People Pleasing?
00:43:16: Die dir oft begegnen in deinen Therapien und wie kann... Also gibt es etwas wo du sagen würdest, einem leichter Gelingen in das Bewusstsein zu kommen, dass das eine Bewältigungsstrategie ist.
00:43:36: Weil wir sind da ja drin und es ist ja manchmal – also nicht nur manchmal sondern meistens dadurch, dass sie ja in uns sind und die immer schon nicht immer aber meistens auch aus der Kindheit kommen.
00:43:46: Wir gar nicht mehr wissen wie werden wir eigentlich in unserem unversehrten Zustand?
00:43:53: Genau!
00:43:56: Vielleicht mache ich kurz sowas übergeordnet, weil wir darunter toll die Überlebensstrategien dann ableiten können.
00:44:05: Also wir hatten ja schon darüber gesprochen dass traumatische Erfahrungen immer mit so einem Verlust von Sicherheitsempfinden einhergehen und das Trauma folgen dann dementsprechend auch sich anfühlen wie ein chronischer Verluste von Sicherheit.
00:44:18: Und auf fehlende Sicherheit reagiert unser menschliches System Auf unterschiedlichen Ebenen.
00:44:24: da ist zum einen unser Nervensystem.
00:44:26: was dann, wenn es sich bedroht fühlt.
00:44:28: Also Sicherheit fehlt die verschiedenen Überlebensreaktionen zur Verfügung hat und die können wir mal ganz einfach auf einem Spektrum einordnen zwischen Übererregungen also wo wir ganz viel Energie mobilisieren um zu kämpfen oder um zu fliehen um irgendwie uns der Gefahr entgegenzustellen oder schnellstmöglich wegzukommen.
00:44:49: da wird Energie mobilisiert und wir sind sehr aktiviert.
00:44:52: Auf der anderen Seite des Spektrums vom Nervensystem ist Immobilisierung, also die Strategie sich zu entziehen, zu verschwinden.
00:45:00: Sich totzustellen aus der Verbindung zu gehen nichts mehr zu viel.
00:45:04: Das war meine Strategie.
00:45:06: Ja beides rettend und beides phänomenal intelligent.
00:45:10: Und das Beides sind im Grunde oder das ist das Kontinuum des Spektrums dass unser Nervensystem zur Verfügung hat unter Bedrohung, unter Stress.
00:45:19: Und daraus ergeben sich dann gewisse Strategien Die noch dazu, dass sie die zweite Dimension mit unserem Bindungssystem ganz stark zusammenmengen.
00:45:29: Weil der Verlust von Sicherheit ganz oft gekoppelt ist an einen Verluste von Verbundenheit.
00:45:35: Beziehungsweise die Gefahr entsteht weil Bindung reißt gerade in der Kindheit.
00:45:40: wir allein gelassen werden oder unsere Zugsperson uns bedroht also die Verbundenkeit es nicht sicherheitgebend oder verschwunden und dann reagiert.
00:45:49: unser Bindung System das ist eine innere Instanz in uns die ganz autonom dafür da ist, Bindung zu initiieren.
00:45:58: Bindung aufrechtzuerhalten, Bindung zu pflegen und auch Bindungsabbrüche wenn sie geschehen wieder zu reparieren was im besten Falle dazu führt dass Bindung sich weiter vertieft und intensiviert und das sie flexibel und reichhaltig wird also dass man auch mal sich streiten kann aber man hat keine Angst dass man gleich den anderen für immer verliert.
00:46:22: Und diese beiden Systeme, unser Nervensystem und unser Bindungssystem können beide entweder überaktiviert oder unteraktivierend sein.
00:46:30: Getrosselt sein.
00:46:32: auf der Bindungssystemebene bedeutet das dann dass wir entweder total auf den anderen fixiert sind.
00:46:37: was denkt er?
00:46:38: Was fühlt er?
00:46:39: Wie ist die Stimmung?
00:46:40: Womit muss ich rechnen?
00:46:42: Und daraufhin pass' ich mich an werde entweder people-pleasig oder alle gar nicht auf bin gar nicht da hab keine Bedürfnisse Harmonisiere oder mach den Clown, ring die gute Stimmung und bin der Sonnenschein.
00:46:55: Da ist das Bindungssystem ganz aktiviert um die Bindung aufrechtzuhalten und mit dem anderen irgendwie in Bindung zu bleiben auch wenn es richtig schwierig ist... ...oder wenn es so
00:47:08: viel abgeht!
00:47:12: Ich ahnt mich.
00:47:12: Ja, ich finde es da wahnsinnig spannend.
00:47:15: Wenn wir nicht hier mit Mikros wären würde ich nicht so viel weiter reden, sondern viel mehr auf deine Schnaufe eingeben?
00:47:21: Nein aber ich bin einfach... also das ist wirklich alles gut!
00:47:26: Ich find's nur so spannend, gerade während ich die Zuhöre natürlich für mich zu gucken, okay wann wo habe ich was irgendwie gemacht?
00:47:33: und ich bin eher grade in meinem Leben an einem Punkt Wo ich mich heute in mir total sicher und wohl fühle.
00:47:40: Wo ich aber mit mir selber so mitfühle, wie oft ich mich verlassen habe.
00:47:47: Weil das ist so ... wo ich dann einfach so atmen
00:47:49: kann.
00:47:50: Oh ja!
00:47:51: Ich weiß nicht, ich hab ein bisschen einen Schmerz, wie ich selber mit mir war.
00:47:58: Das ist eher das, wo ich heute gerade stehe.
00:48:01: Deswegen ist es eher wenn ich das höre.
00:48:03: Ich denke nur, oh Jesus...
00:48:07: Ja, es wird so logisch.
00:48:08: So verständlich.
00:48:11: Und genau dieser letzte Aspekt dann ist wenn unser Bindungssystem sich so bedroht fühlt also wenn diese ganzen Versuche bindung aufrecht zu erhalten gar nicht gehen weil der andere so gefährlich ist oder weil jeder Mux von uns dann zu irgendeiner Art von Bestrafung oder wiederum Verschlimmerungen führt Dann wird das Bindungssystem getrosselt Und dann gehen wir in dieser Scheinautonomie.
00:48:37: Wir brauchen nichts, wir fühlen nix wenn der andere geht.
00:48:39: Wir sind total ja auch irgendwie bindungsbedürfnislos.
00:48:44: also es gibt nicht mal mehr eine Sehnsucht die kommt später so aus der Tiefe wiedergekochen aber wir sind einfach abgeschaltet auf der Verbindungsebene weil es so schlimm war oder ist und diese beiden Systeme beiden Enden des jeweiligen Spektrums, wenn wir uns das vergegenwärtigen dann werden all die Überlebensstrategien ganz sichtbar.
00:49:08: Also sich anpassen durch Überanpassungen gefällig sein, People pleasing – ganz viel Ausrichtung auf den anderen sich selbst irgendwo vergessen.
00:49:17: Darunter kann man ganz viele Strategien einordnen oder bis hin zur emotionalen Abhängigkeit oder dem sich immer wieder aufopfern in toxischen Beziehungen Und dafür immer bleiben so ungefähr.
00:49:29: Auf der anderen Seite dieses Niemanden brauchen, nichts fühlen oder Partner und Partnerin verschleißen am laufenden Meter beziehungshopping.
00:49:39: Das sind alles hochintelligente total nachvollziehbare und ganz schön lebensbejahende Strategien die aber wie du vorhin sagtest in dem aktuellen Kontext nicht mehr hilfreichs sind sondern vor allem Kosten haben und ganz hohe Preise haben.
00:50:02: Und da ist dann wieder so dieses riesige Feld, wo man die Trauer spürt und den Schmerz über das nicht gelebte Leben, die nicht genommenen Chancen... Die Härte, die man gegen sich selbst gerichtet hat.
00:50:17: Schuldgefühle, dass man was weitergegeben hat Schamgefühle, dass man irgendwas... Dass man sich ausgeliefert hat.
00:50:25: Dass man seine Würde verraten hat.
00:50:26: All das kommt dann da so noch oben drauf und deswegen sind wir wenn wir fragen was hilft denn konkret?
00:50:36: Wie kommen wir da wieder raus?
00:50:39: Dann ist auf jeden Fall der erste Schritt wo wir schon waren möglichst wohl wollen zu sein durchzuatmen und zu erkennen.
00:50:48: ey!
00:50:49: Das war einfach nur gar nicht anders möglich.
00:50:52: Und ich habe mit all meinen Fähigkeiten das Bestmögliche draus gemacht.
00:50:58: und in meinen Strategien, im People-Pleasing, in der Überanpassung, in die Unterwerfung – da stecken alle meine Talente drin!
00:51:06: Da steckt meine hohe Feinfühligkeit drinnen, da steckt mir eine Fähigkeit mich einzufühlen drinnen.
00:51:10: Da stecken meine Fähigkeitsmenschen wahrzunehmen, Stimmungen zu erkennen… Die ist darin!
00:51:18: Meine ganzen schönen Talent und Fähigkeiten sind vor den Karren meiner Strategie gespannt, aber sie sind ja da.
00:51:27: Also das gehört für mich auch so zu der Anerkennung dazu nicht zu sagen wie blöd oder falsch bin ich nur dass ich mich immer unterordne sondern eher zu sagen krass!
00:51:42: Wie bewundernswert, dass sich in der Lage war es so perfekt hinzukriegen.
00:51:48: Da muss man schon ganz schön was drauf haben.
00:51:51: Dafür muss man eine gewisse emotionale Intelligenz haben und die sehe ich jetzt erstmal, da kenne sie an und damit auch den Schmerz der darin steckt.
00:52:01: das wäre so die Haltung, die hilft.
00:52:05: Gibt es Menschen also gibt es Menschen, die keine Bewältigungsstrategien haben?
00:52:11: Gibt's diesen Zustand?
00:52:13: Ich frag mich gerade wie weit ja vielleicht auch da auf so einer Skala um das irgendwie mal einzuordnen glaube ich, es ist ja irgendwo auch normal gewisse Bewältigungsstrategien zu haben.
00:52:26: Ja absolut.
00:52:30: Vielleicht können wir da noch mal kurz reingehen.
00:52:32: ab welchem Moment würdest du sagen uh mehr da wäre's dann schon gut einfach vielleicht wirklich nach einem Therapeuten zu gucken und sich wirklich Hilfe zu holen.
00:52:42: und weil das vielleicht in einer Dimension von dass es einfach wirklich verletzend sich selbst gegenüber ist und ungesund.
00:52:55: Und wo würdest du aber sagen, das ist so ein gesundes Maß an halt die normale Schacke, die wir alle irgendwie haben?
00:53:00: Ja, Schackel!
00:53:03: Das habe ich auch wieder was gelernt.
00:53:06: Die ganz normale Schakke... Also es ist vielleicht gut, sich klar zu machen, dass alles, was wir in Überlebensstrategien finden, die trauma-assoziiert sind, auch normal ist.
00:53:19: Nur halt vor dem Hintergrund von unnormalen Erlebnissen.
00:53:23: Also es sind alles normale Reaktionen in unnormalen Umständen auf unnormale Ereignisse, also nicht das was wir erleben und was wir an Kompensation über Lebensstrategie- und Anpassungsleistung bringen ist nicht normal sondern dass was uns geschehen ist, ist nicht Normal.
00:53:41: Das ist auch ein wichtiges Reframing
00:53:43: Kannst du das noch mal sagen für alle?
00:53:47: Ich glaube das ist so wichtig.
00:53:50: Die Anpassungsleistungen, die Muster, die wir entwickeln sind normal vor dem Hintergrund von unnormalen Ereignissen und Herausforderungen.
00:54:01: Das ist super, super wichtig zu verstehen!
00:54:03: Weil ich
00:54:03: finde das nimmt einem auch weil du hast ja vorhin schon gesagt so oft ist dann so viel Schuld und Scham damit verbunden dass wir nicht nur diese Strategien haben und das Trauma sondern uns zusätzlich noch dafür schämen oder schuldig kühlen, dass wir all das haben und sich erstmal auf diesen Standpunkt zu stellen, erst mal ist das normal vor dem Hintergrund dass das was passiert ist einfach absolut unnormal und nicht okay und traumatisch war.
00:54:32: War das das normalste und logische als Konsequenz?
00:54:35: Und dafür muss man sich nicht schämen sondern dass es sozusagen erstmal gut gemacht war sie weil ansonsten wäre man wahrscheinlich nicht mehr da so ist gar nicht hätte halten können.
00:54:45: genau genau Das heißt also, die trauma-assoziierten Anpassungsleistungen sind genauso normal wie die ganz normale Schacke.
00:54:55: Nur sind sie verkoppelt an ganz großes Leid im Hintergrund und großen Schmerz.
00:55:00: Und das ist dann auch der Unterschied den wir feststellen können – dass die normale Schakke...
00:55:07: Das werde ich jetzt
00:55:08: nicht mehr bitten!
00:55:11: Ein
00:55:12: wenig integrieren?
00:55:16: mit einem gewissen Maß an Leidensdruck verbunden ist, aber nicht mit nem existenziellen Maß an leiden.
00:55:22: Und trauma-assoziiertes Leiden ist immer existenziell – es geht immer in die Uhr tiefe!
00:55:28: Wir fühlen uns dadurch immer vom Leben getrennt von unserem Ich getrenn, vom Selbstgetrennt, von der glücklichen Beziehung getrenned, vom Lebensfluss getrennd... Das ist existenzielle und die normale Schacke, die auch neurobiologischen Vorgängen entsteht.
00:55:46: Also es ist auch alles Introjektion, Projektion, Lernen am Modell also das gleiche menschliche Funktionieren nur eben nicht Trauma assoziiert und deswegen auch zugänglicher für Veränderung weil das aufzugeben oder zu verändern ist nicht bedrohlich auf dieser existenziellen Ebene eine Überlebensstrategie die Trauma bedingt entstanden ist.
00:56:09: loszulassen bedeutet dass Korsett wegzunehmen und es macht Klick Man knickt um.
00:56:14: Eine Klientin von mir, mit der ich schon viele Jahre lang gearbeitet habe die hat ein Bild ganz am Anfang unserer gemeinsamen Reise kreiert.
00:56:24: sie denkt auch sehr viel in Bildern und hat wunderbare Analogien und Metaphern.
00:56:29: Und ihr kam so ein Bild in den Sinn von einem afrikanischen Stamm Ich weiß nicht welcher das ist wo die Frauen so Halsringe sammeln sozusagen, die den Hals immer länger machen.
00:56:44: Was auch dazu führt ist, dass die Halsbibelsäule luxiert wird.
00:56:47: also da verändert sich die Physiologie ganz stark und sie hat dieses Bild gehabt, sie hat diese Ringe aufgebaut und das sind alles ihre einzelnen Strategien ihrer Überlebensstrategie.
00:56:59: Und wenn man das wegnehmen nehmen würde dann wäre es ihr Todesurteil.
00:57:03: Es wird ihres Genick
00:57:04: brechen!
00:57:06: Das Bild fand ich so phänomenal treffend weil wir dieses Anlegen wirklich, wirklich loslassen dürfen.
00:57:18: Etwas loswerden zu wollen und diese Strategien weghaben zu wollen Und ein anderer Mensch sein zu wollen morgen oder am besten gestern Sondern dass wir eher uns klar machen Wir müssen hier wenn überhaupt anfangen die ganz langsam einzeln abzunehmen und dann ganz viel Training zu machen.
00:57:37: Da sind wir wieder bei diesem Halt sich selbst halten.
00:57:41: Ja, wie kann ich meinen Kopf bewegen?
00:57:44: Meine eigene Bewegung entdecken und in meine eigene Form finden ohne dass es mir das Genick brecht.
00:57:52: Der größte Übungsplatz für diese Überlebensstrategien oder wo wir die ja hauptsächlich anwenden ist ja in unseren Beziehungen.
00:58:05: Und was sich da so spannend finde ja so oft, wenn wir eine bestimmte Überlebensstrategie zum Beispiel in unserer Kindheit entwickelt haben oder zum Beispiel im Haushalt groß geworden sind wo es jetzt nicht viel emotionale Nähe gab oder vielleicht sogar physische Gewalt oder Vernachlässigung fühlt sich das ja.
00:58:30: also lernt ja das System die Psyche.
00:58:33: Das ist normal
00:58:35: genau
00:58:36: und Dann werden wir jetzt älter.
00:58:39: Und natürlich gibt es in einem diesen natürlichen Wunsch, wahrscheinlich nach einer erfüllten Beziehung und nach Liebe und nach jemandem der uns hält und der uns liebt hat und wo wir sicher sind.
00:58:51: Aber ganz oft habe ich beobachtet dass Menschen die so aufgewachsen sind sich ja interessanterweise
00:58:57: jetzt
00:58:57: Partner oder wieder Systeme bauen, die dem sehr ähnlich sind.
00:59:05: Warum ist das so?
00:59:07: Und wie schafft es jemand, da rauszukommen?
00:59:13: Also sich eine Beziehung zu kreieren.
00:59:18: Die wirklich gesund im Sinne von wohltuend ist, nähernd ist, schützend ist.
00:59:25: Wo die Seele aufatmen kann und wo man wirklich mal selbst sein kann.
00:59:30: Ohne das dann wiederzusavortieren weil... Das ist ja das Spannende, dass so oft wenn das dann da ist der die Bewältigungsstrategie sich da rein sneakt und sagt, dem kannst du schon mal gar nicht vertrauen.
00:59:44: Weil erstens kennen wir es nicht und zweitens wenn das jetzt kaputt geht ist es ja noch viel schlimmer weil Brunnen willst du dann noch glauben?
00:59:52: Ja.
00:59:53: Das kennen so viele Menschen.
00:59:56: also erstmal die Frage warum ist das so dass man dann letztlich immer wieder in diesem Kontext landet den man kennt?
01:00:06: Du hast es eigentlich schon in deiner Frage mit beantwortet.
01:00:09: Es ist das Normal, was wir verinnerlicht haben und besonders dann wenn es defizitär war also wenn Mangel an Sicherheit da waren Geborgenheit oder an Würdeschutz Dann ist das ja das worauf wir uns eingerichtet haben.
01:00:23: Also dafür haben wir sowas wie Antworten.
01:00:26: Wir haben darauf oder dafür eine Landkarte.
01:00:29: für die Höhle haben wir ne Karte
01:00:32: Da kennen wir
01:00:33: uns aus Koordinaten und da haben wir ein Repertoire, wie wir darauf antworten können.
01:00:40: Und das gibt einen Gefühl von Sicherheit!
01:00:42: Also wir kennen uns aus und das gibt uns den Gefühl von möglicher Kontrolle und damit auch möglicher Sicherheit.
01:00:49: Ganz unwillkürlich so funktioniert der Mensch des menschlichen Gehirns.
01:00:53: suchen wir das was uns vertraut ist weil wir uns darin sicher fühlen – auch wenn es destruktiv ist, auch wenn's schädigend.
01:01:04: Das ist leider so eine Nebenwirkung unserer energiesparenden Natur.
01:01:11: Mit unserer Fähigkeit zu lernen und dann auch anderes auszublenden, was sehr wichtig ist um sich in einer komplexen Welt zurechtzufinden.
01:01:21: Wenn wir die ganze Zeit jeden Tag alles neu erleben würden, wäre es schwer zu reifen.
01:01:26: Wir könnten wirklich wenig Tiefe entwickeln weil wir immer damit beschäftigt wären irgendwie klarzukommen.
01:01:33: Also das ist zum einen dieser Anziehungseffekt, dass wir von dem Vertrauten angezogen werden.
01:01:38: Weil es uns ein Gefühl von Sicherheit gibt und wir darauf Antworten haben.
01:01:42: Dann erleben wir aber genau das was du gerade beschrieben hast.
01:01:45: Dass wir letztlich wenn wir in etwas anderem landen, dem was wir vielleicht uns eigentlich wünschen... Was ja?
01:01:54: noch einen Schritt zurück.
01:01:55: Erst mal die Voraussetzung ist, dass wir merken das etwas nicht stimmt bedeutet Wir sind schon weit vorangekommen in unserem inneren Prozess weil wir merke ich kenne mich da zwar aus aber es fehlt was.
01:02:08: Es tut mir nicht gut.
01:02:10: Ich fühle mich dort nicht wohl oder ich fühle das Leben dort nicht Oder Die Sehnsucht in mir ist erwacht nach dem anderen und dieses andere.
01:02:20: Das ist die sichere Bindung wenn man das auch nochmal klar formulieren will, wir suchen eine sichere Bindungskalität.
01:02:29: Das ist unsere Werkseinstellung weil da der Mensch am besten ist.
01:02:34: Da ist Verbundenheit, Gemeinschaft und unser Nervensystem reguliert wenn wir sichere Bildung erleben.
01:02:43: Dann suchen wir das vielleicht unwillkürlich?
01:02:45: Vielleicht kommen wir dann dahin dass wir mit jemandem zusammen sind der diese nähernde Qualität zur Verfügung stellt Und dann merken wir auf irgendeine Art und Weise ... Shit, hier habe ich überhaupt keine Landkarte dafür.
01:03:01: Ich suche nach dem Haken!
01:03:03: Ich suchen nach dem Fehler.
01:03:04: Ich Suche danach wo ist der Fehler in mir, der endlich den anderen stört?
01:03:09: Dann fangen wir vielleicht an uns blöd zu verhalten, zu provozieren die Bindung zu testen oder wir projizieren irgendwas dahin damit es ein Problem gibt dass wir endlich greifen können weil das Die Abwiesenheit eines Problems können wir schwer greifen.
01:03:27: Und das heißt, es tut sich ein Lernfeld auf wo es wichtig ist dann wahrzunehmen.
01:03:34: ich bin hier der blutige Anfänger und es ist okay Fehler zu machen aber es ist auch eine Gelegenheit was Neues zu lernen.
01:03:45: Das ist im Grunde die große Aufgabe und das ist auch ne Aufgabe die ganz viele Menschen nicht nehmen weil sie's verstehen, weil ihnen die Information fehlt.
01:03:57: Dass man da durch muss sich nicht auszukennen bei unsicher zu sein Die Liebe nicht nehmen zu können sich unwert zu fühlen in inneren Abwertungskaskaden zu landen und trotzdem passiert nichts.
01:04:12: der andere bleibt trotzdem Ja das können viele Menschen nicht nicht einordnen Und dann ist es ein großes glück wenn es Informationen gibt die helfen das einzuordnen wie dieser Kleiderschrank.
01:04:25: Haben wir das auf Record gesagt?
01:04:27: Ich kann kurz den Kontext geben, ich hatte Berina vorhin erzählt dass Patrick und ich wir machen eine Paartherapie Und wir sind quasi einfach für uns wo wir dann immer einen Raum haben Wo wir Themen miteinander besprechen können, wo wir jetzt im Alltag nicht so Raum für haben.
01:04:43: Das ich zu Patrik heute Morgen meinte nachdem wir bei der Therapie waren Fühlt sich das immer so an, als hätte man vorher im Schlafzimmer die ganze Wäsche und die Klamotten in diesem... Wie sagt man in dieser Box?
01:04:57: In diesem Wäschekorb liegen uns nervt ein.
01:05:00: Und dann gehst du in die Therapie und du nimmst eins nach dem anderen raus legst es zusammen und packst es in den Kleiderschrank.
01:05:07: und ich fühle mich nach der Apatherapie immer wie so eine aufgeräumte Kleiderschlank dass ich das Gefühl habe ist irgendwie alles eingeordnet.
01:05:14: Ich bin einfach klarer.
01:05:16: Wenn man jetzt in der Höhle bleiben würde, das alles was so aufgewürbelt ist kann sich ein bisschen absenken und du kannst wieder umgucken.
01:05:23: Jetzt sehe ich wieder ... Ein bisschen klarer?
01:05:26: Genau!
01:05:31: Und es ist dann so gut wenn man schon mal davon gehört hat dass man mit einem Wäschehaufen konfrontiert ist und das es aber Fächer gibt wo man Sachen einordnen kann und das alle so sein Plätzchen hat Und dass man dann eben nicht anfängt.
01:05:45: Ich glaube, hattest du das Wort selbst?
01:05:46: Also, du hattes Zappotage schon als Wort genommen vorhin, gell?
01:05:49: Dass man es sabotiert ja also, dass man da eben bemerkt, dass Man gerade den Haken sucht wo vermutlich keiner ist und dass man diese Suche nach dem Haken Als eines dieser Wäschestücke erkennt und dass Man sagt okay Das ist also das Suchen Nach dem Hake Sabotage Wäsche Stück Das kuschelt ich mal kurz und dann leg' ich's in den Kleiderschrank.
01:06:14: Das ist dann sehr wertvoll!
01:06:16: Und dann haben wir Beziehungen, wo sich eben diese Dinge am meisten zeigen – auch die allergrößte Chance für Integration, Veränderung, für die Entkoppelung von Trauma und dem was wir hier und heute fühlen und was wir heute an Möglichkeiten haben.
01:06:34: Können wir es noch konkreter machen?
01:06:36: Für alle, die jetzt gerade zuhören und die vielleicht selber grade merken Irgendwo klingelt da gerade was in mir.
01:06:42: ich merke vielleicht, teste ich meinen Partner wo ich ihn gerade gar nicht oder meine Partnerin wo ich gar nicht testen müsste.
01:06:48: Oder vielleicht fällt mir gerade auf dass ich immer wieder Probleme kreiere wenn grade eigentlich alles richtig gut ist.
01:06:56: Was hat das noch für Beispiele?
01:06:59: Vielleicht fange ich an mir selber einen Fehler zu
01:07:01: suchen
01:07:02: und war es eigentlich nur darauf, dass mein Partner den auch endlich findet.
01:07:05: Und mich bestätigt
01:07:06: in meiner negativen Selbstmanierung.
01:07:07: Ich versuche darauf aufmerksam zu machen, dass ich doch nicht irgendwie passend bin um mich darin zu bestätigen.
01:07:15: Der erste Schritt ist ja dann vielleicht jetzt so ein Moment wie jetzt gerade wo man bewusst wird.
01:07:24: Gleichzeitig ist es dann aber ja so, dass die Strategien, die dahinter liegen.
01:07:28: Die sind ja ... Powervoll!
01:07:30: Also ne?
01:07:30: Das sind ja Strategien die je nachdem wie Altmann ist, ... ... zwanzig dreißig vierzig Jahre in einem Laufen... Da sind ja die Netzwerkverbindungen, die stehen hier, das sind ja Autobahnen.
01:07:40: Ja
01:07:41: solide.
01:07:42: Und die sind ja auch viel schneller als dieser kleine süße Trampelpart den man sich da gerade baut in Richtung erfüllte Beziehung.
01:07:51: Du hast gerade schon gesagt, dass eines das bewusst wären und vielleicht diese T-Shirt mal rauszunehmen wo der Haken irgendwie drauf ist.
01:07:56: Und zu sagen hier ist wieder das Haken T-shirt so ich lege es in Schrank und weiß es da aber ich muss es nicht anziehen
01:08:03: genau.
01:08:05: Hast du... Hast du vielleicht ein Tool?
01:08:09: Vielleicht auch was man machen kann mit dem Körper um den... Weil oft ist es ja auch der Körper der dann in dieser Angst ist.
01:08:18: Hast du irgendein konkretes Tool, was jemand für sich benutzen kann?
01:08:22: Wenn man merkt... Ich bin in diesem Moment.
01:08:25: Ich werde mir bewusst und ich merke wie alles in mir gerade jetzt eigentlich richtig bockert das Ding vor die Wand zu fahren weil es mich ja so krass erinnere mich stetig was ich eigentlich über die Welt glaube sozusagen dieses Das wahrzunehmen und dann zu sagen okay ich halte hier jetzt inne Und dann statt jetzt Vollgas irgendwie zu testen und das zu sabotieren und kaputtzumachen.
01:08:51: Was kann ich tun?
01:08:52: Ja,
01:08:54: eine wunderbare Frage!
01:08:55: Du willst es konkret machen.
01:08:56: Ich gebe mein Bestes.
01:08:59: Also wieder einmal rewind Erinnerung Nervensystem Bindungssystem.
01:09:05: wenn die alten Programme aktiviert werden bedeutet ist dass etwas in uns Bedrohungen wahrnimmt.
01:09:10: also wir fühlen Unsicherheit Es gibt ein Gefahrensignal aus dem Inneren meistens oft vom Außen irgendwie angestoßen, aber meistens ist das Innere gerade in Beziehungen die sicher sind.
01:09:21: Also wenn wir jetzt wirklich mal dieses Bild nehmen da ist alles eigentlich gut dann kommt es ja auch aus dem inneren Aus der Erinnerung und der Verknüpfung.
01:09:29: Unser Bindungssystem fährt hoch Macht Alarm des Nervensystem macht Alarm.
01:09:33: Das heißt es ist hilfreich etwas zu tun was ich gleich versuche etwas zu konkretisieren was diese beiden Systeme jeweils anspricht, um aus dem entweder übererregten oder aus dem eher untererregtem deaktivierten Zustand mehr Wiederrichtung Regulation zu kommen.
01:09:52: Und auch da wieder ganz einfach zurückgespult – es geht um einen Verlust an Sicherheit!
01:09:57: Also versuchen wir etwas zu finden, das ein klein wenig Verbindung zu einem Empfinden von Sicherheit möglich macht und eine Somatische Zugänglichkeit oder Zugänglichmachung von Sicherheit ist zum Beispiel sich zu orientieren, so wie da in dem Höhlenbild.
01:10:15: Nämlich dass wir mal gucken wo bin ich gerade?
01:10:18: Was umgibt mich gerade?
01:10:20: also man schaut sich um!
01:10:22: Das machen wir in der Traumotherapie ganz grundlegend häufig.
01:10:26: einmal umschauen, in Ruhe umschagen den Blick schweifen lassen wahrnehmen was es nicht gibt auch den Kopf dabei drehen, also aus der Starre rauskommen.
01:10:35: Wir nehmen Kontakt auf mit dem hier und jetzt auf eine somatische Art, also körperliche Art.
01:10:42: Und allein das ist schon ein Signal was einer Feedback-Möglichkeit zum Nervensystem darstellt.
01:10:50: Also sehr niedrigschwellig und super wichtig weil es hilft auf den Trampelfahrt zu kommen oder zumindest mal auf die Autobahn des Tempo zu trosseln bis ihn runterzukommen.
01:11:02: Also das ist schon mal ganz, ganz wertvoll.
01:11:05: Ganz einfach und ganz konkret mitkriegen wo bin ich gerade?
01:11:09: Ich bin grade hier, hier und jetzt!
01:11:12: Und dann als nächstes auch ganz konkretes hilft es wenn wir uns fragen was hilft mir etwas Verbundenheit, Verbindung zu spüren?
01:11:22: Ist das meine Füsse auf dem Boden zu spühlen mein Gewicht auf dem Stuhl zu spühren?
01:11:28: Ist dass der Blick aus den Fenstern Das Fell meines Hundes.
01:11:32: Ist das ein Lied, was ich höre?
01:11:34: Ist es eine innere Erinnerung an die ich mich andocke?
01:11:38: Also was ist ein Element, dass für mich zugänglich ist auch ganz niedrigschwellig, was mir das Türchen wieder öffnet hin zu einem bisschen Verbundenheitserleben und das sind alles ganz starke Stimulatoren für Selbstregulationen, Regulation unseres Nervensystems Und das hilft konkret, um nicht die Abwärtsspirale einzuschlagen und darin verstrudelt zu werden.
01:12:06: Und damit können wir uns sehr, sehr selbst entgegenkommen und uns selbst helfen wenn wir so niedrigschwellig mal anfangen.
01:12:14: Danke fürs Teilen.
01:12:15: Mega gut!
01:12:17: Was ist, wenn jemand gerade zuhört... ...und auf der anderen Seite steht mit jemandem zusammen ist in einer Partnerschaft ist?
01:12:26: Wir nehmen jetzt mal die Person,
01:12:28: ein
01:12:29: gesundes Beziehungsmuster gelernt hat, also jemand wie du bist gesund aufgewachsen.
01:12:34: Du hast ein inneres Sicherheitsgefühl und du bist jetzt in einer Beziehung mit jemandem der oder die sabotiert testet eben nicht dieses Sicherheitsempfinden hat.
01:12:49: Wo ist
01:12:50: der Moment?
01:12:54: Wie viel kann die andere Person mittragen?
01:12:59: andere Personen da sein, wie kann sie sich aber auch abgrenzen?
01:13:03: Was ist in der Verantwortung von wem und wann?
01:13:06: es auch der Moment wo man dann vielleicht sagen würde.
01:13:10: Da geht's dann in das Toxische wenn die Person vielleicht so ich sag mal darin hängt in diesen Schleifen dass es für die anderen Personen halt ungesund wird weil das schlägt ja dann den Unterschied.
01:13:24: also weiß ich meine absolut
01:13:26: Ja.
01:13:27: Also Wenn jemand zuhört, der auf der anderen Seite sitzt sozusagen oder diese Position hat die im Grunde erstmal sehr privilegiert ist.
01:13:36: Also man kann sich so glücklich schätzen wenn man an dem Punkt ist dann ist es einerseits eine Herausforderung eben klar zu bleiben und auch Grenzen zu ziehen und andererseits die Herausforderungen sein Herz offen zu halten Und was ich ganz wichtig finde, generell wichtig finde.
01:13:55: Deswegen mache ich ja auch meine Arbeit in der Öffentlichkeitsarbeit sich zu informieren, Infos zu bekommen damit man Trauma und Traumodynamiken verstehen kann.
01:14:05: Das ist ganz albern ausgedrückt sowas echt wie ein... Man kriegt so eine Art Handbuch für die menschliche Natur!
01:14:13: Man versteht dann warum.
01:14:16: Also man versteht zumindest eh her, warum jemand so und so reagiert oder agiert.
01:14:20: Und das hilft ungemein es nicht persönlich zu nehmen.
01:14:24: Oder selbst wenn es ein Persönlich trifft ist einzuordnen was eben nicht dazu führen darf dass man toxisches Verständnis entwickelt aber was dazu beitragen kann dass man eben nicht mit einsteigt in die Trauma-Drama Dynamik die dann durchaus sich entwickeln kann.
01:14:46: Also Infos und Wissen, das wäre auf jeden Fall super hilfreich.
01:14:49: Und ich glaube unverzichtbar wenn man in so einer Beziehungskonstellation sich einfindet.
01:14:56: Es ist sehr wichtig dass man nicht eine Therapeutenrolle rutscht.
01:15:01: also das ganz klar ist Dein Partner, deine Partnerinnen und dementsprechend optimalerweise dein Sicherhafen.
01:15:09: Der Mensch, der dich akzeptiert und annimmt so wie du bist mit Haken und Kanten und Schacke...
01:15:19: Genau!
01:15:23: Und gleichzeitig bist Du aber auch ein Mensch mit einer Verantwortung.
01:15:26: Du trägst genauso wie ich hundert Prozent Verantwortung für deine Handlungen und deine unterlassenen Handlungen.
01:15:35: Und du trägst genauso viele Anteile an Verantwortung für unsere gemeinsame Beziehung.
01:15:40: Deine Belastungen, deine Muster, deine Biografie die Vergangenheit können dich nicht aus der Verantwortung entlassen aber sie können mich in die Position bringen Verständnis Toleranz und Halt zur Verfügung zu stellen damit Du es kannst.
01:15:59: Ja, also ich helfe dir deine Verantwortung zu tragen.
01:16:03: Ich helfe Dir die für Dich und die für unsere Beziehung zu tragen indem ich Verständnis aufbringe eine sichere Bindungsperson bin, die nicht in Deine wunden Ort oder die keine Grenzen überschreitet aber die genauso verkörpert Die Würde, die dir genommen wurde.
01:16:25: Für die stehe
01:16:26: ich
01:16:27: auch für meine Und für die unserer Beziehung.
01:16:30: Also zu verstehen und Toleranz, zu haben und Raum zu geben für deinen Schmerz bedeutet nicht das dafür meine Würde und meine Grenzen geopfert werden.
01:16:43: Sonst reinszeniert sich Trauma beziehungsweise dann wird ein nicht traumatisierter Mensch vielleicht durch eine Beziehungen traumatisiert?
01:16:50: Ja auch das gibt es ja leider!
01:16:55: Es ist ein großes Reife Eine große reife Prüfung beziehungsweise eine reife Schmiede, wenn man auf dieser Seite steht in der Beziehung dass man das Privileg hat, der nicht traumatisierte Mensch zu sein und es ist gar nicht leicht.
01:17:08: Es ist eine ganz große Herausforderung die aber wenn man sie nimmt und wenn man Sie gemeinsam meistert ein Türöffner ist für eine wirklich tiefe, aufrichtige authentische ehrliche und heilsame Beziehungen.
01:17:27: Ja, ich glaube das ist so wichtig.
01:17:28: Weil ich glaube oft wenn man dann auf der anderen Seite steht dass man sich da manchmal auch so hilflos fühlt weil man denkt ich mach doch alles.
01:17:37: ja
01:17:38: dieses warum siehst du nicht wie sehr ich dich liebe?
01:17:40: quasi weil die andere personen das gar nicht so richtig annehmen kann.
01:17:46: und jetzt habe ich den Satz noch Ich krieg's nicht mehr so ganz hin, aber ich hatte vor langer Zeit mal in der Arbeit auch einen Essenssatz von einer Klientin die gesagt hat, er liebt mich einfach über die Grenzen.
01:18:09: Also seine Liebe geht über die Grenzen, also ich hab das Gefühl, ich lass' mich nicht lieben, aber die Liebe kommt da trotzdem hin!
01:18:24: Sie spürte es nicht, sie konnte es nicht nehmen.
01:18:26: Es gab diese Abwehrmechanismen aber sie hat trotzdem wahrgenommen das lässt den total kalt.
01:18:33: also die Liebe lässt sich davon nicht abhalten trotzdem da zu sein so ein bisschen wie eben wie auch Licht was irgendwo drauf fällt und man kann sich abschirmen und beschatten aber das Licht ist leuchtet halt trotzdem weiter.
01:18:49: Das ist, glaube ich, was man dann auch ein bisschen durchhalten muss und was man eben auch einordnen muss.
01:18:55: Und es ist auch wichtig – ganz wichtig!
01:18:58: Dass man sich als Partner oder Partnerin dafür Hilfe holen kann.
01:19:03: Es ist total gut, präventiv oder einfach nur unterstützen, ein paar Coachings oder eine Paartherapie zu machen, dann optimalerweise Traumersensibel, traumaspezifisch und dass man sich auch als jemand der sich auf diese Beziehung mit einem schwer versehrten Menschen einlässt, dass man sich auch unterstützen lässt.
01:19:22: Weil das ist oft wirklich einfach hart und wenn man lernt so viel dabei und sich dann unterstützen zu lassen kann auch richtig wohltuend und auch stärkend sein.
01:19:35: Wo ist die Grenze?
01:19:39: Wenn mir nochmal kurz zurück zu dem Bild gehen, wenn jemand viel Trauma in der Kindheit erlebt hat wieder ein Beziehungsmuster für sich rekreiert und vielleicht dann was kreiert, was toxisch ist.
01:19:54: Wo emotionaler Missbrauch stattfindet, wo vielleicht sogar physischer Missbrauchs stattfindete Und in dieser Person die da drin steht aber dieses Gefühl ist ich bin es ja gar nicht wert In einer anderen Beziehung zu sein oder wirklich geliebt zu werden Für den Menschen der Ich Bin Und dieser Mensch gerade zuhört.
01:20:18: Was würdest du ihr oder ihm sagen, was ist so ein erster Schritt da wieder mehr?
01:20:25: Zu sich selber zurückkehren zu dürfen und zu wissen dass es gibt... Es gibt etwas, was besser ist im Sinne von das einfach jeder Mensch verdient hat in einem gesunden liebevollen Zuhause sein zu dürfen.
01:20:39: Und auch selbst wenn man so aufgewachsen ist trotzdem die Möglichkeit gibt zu bauen und zu heilen und zu kreieren.
01:20:53: Die Selbstwertwunde ist bei Trauma immer ein entscheidender Faktor, also sich nicht wertzufühlen, sich als generell Scham behaftet zu erleben – das ist leider eines der Hauptsymptome auf der Identitätsebene, auf dieser Selbstwahrnehmungsebene.
01:21:16: Auch eine Information, die für betroffene Menschen ganz schön wichtig sein kann.
01:21:20: Dass man ihnen sagt es ist total, total logisch dass du das was man dir beigebracht hat dadurch wie man dich behandelt hat.
01:21:28: Dass du das natürlich auf dich bezogen hast und dass das auch dein Gefühl von Identität geprägt hat.
01:21:34: Und es ist möglicherweise hilfreich den Gedanken zuzulassen, dass du etwas Falsches über dich gelernt hast.
01:21:41: Und dass das wie man mit dir umgegangen ist nicht über deinen Wert aussagt sondern über die Wunden und die Unzulänglichkeiten derer, die so mit ihr umgegangen sind.
01:21:53: Darüber sagt es ganz viel aus aber im Grunde gar nicht zu über dich.
01:21:58: Und das ist oft ein wichtiger Brocken auf dem man rumdenken kann und auf den man so rum fühlen kann weil an die Identität geht.
01:22:13: Das sind, ich nenne sie trauma-bedingte Glaubenssysteme.
01:22:18: Das traumabedingte Selbstbild ist sehr komplex aufgebaut ganz viel in Beziehungskontexten verankert und so Feedback schleifen natürlich auch im Nervensystem und im Bindungssystem.
01:22:32: Und es ist also eine wichtige Erkenntnis in die man nach und nach hinein sinken und hinein wachsen kann dass Nicht stimmt, was man über sich denkt.
01:22:45: Dass all das, was mit Entwertung Beschämungen und Abwertung und Entwürdigung zu tun hat – Das ist Fehlinformation von außen!
01:22:56: Das ist draufgelegt.
01:22:59: Das ist Schotter auf dem eigentlichen Kern, auf dem Licht.
01:23:04: Ja?
01:23:04: Das muss man langsam wegräumen.
01:23:06: Und dem kann man sich Manchmal zugänglich machen.
01:23:11: Wenn man sich zum Beispiel vorstellt, wenn man so Externalisierungstechniken macht... ...wenn man also die Geschichte von jemandem kennt, der so erzählt wurde und so behandelt.
01:23:23: Und dann sagt er wieder mal was abwerden das über sich.
01:23:26: Blöde wie doof und nicht dumme Nuss!
01:23:28: Und man dann so mal ganz beiläufig sowas fragt wie ich hatte da neulich ein Kind in meinem Umfeld und es hat das erlebt.
01:23:40: Es hat sich ganz klein und krümelig gefühlt, total schlecht und falsch.
01:23:46: Und es hat mir so leid getan.
01:23:49: was würdest du diesem Kind vielleicht sagen?
01:23:51: Und dann kommen da so wunderbare Sätze raus!
01:23:54: So Herzwarme, gefühlte Sätze von Mitgefühl und Wohlwollen und Zugewandtheit.
01:24:02: Das kann man dann so ganz sanft ein bisschen umlenken und solche Fragen stellen.
01:24:06: wie könnte es sein, dass du das als kleines Kind auch gut hättest brauchen können.
01:24:11: Dass jemand sowas zu dir sagt und dann kommt manchmal also zum Beispiel auf so einem Wege eine Zugänglichkeit zu der Erkenntnis dieses kleine Kind war einfach nur bedingungslos liebenswürdig und hat einfach richtig Pech gehabt.
01:24:28: Und ich kann heute anfangen genau jetzt dieses verletzte Kind von damals alles zu betrachten und ihm was anderes entgegenzubringen, etwas das es damals nicht erlebt hat.
01:24:45: Das ist auch Traumaarbeit!
01:24:48: Und würdest du sagen dass Trauma-Arbeit eigentlich so eine tägliche ich nenne jetzt mal ganz platte Routine ist?
01:24:57: Also dass man täglich kleine Dinge für sich tun kann um diese neurologischen Pfade zu verstärken dass es auch nicht darum geht, irgendwann damit fertig zu sein.
01:25:11: Sondern das ist da umgeht, dass dann der Weg ist auf dem man in diesem Leben halt unterwegs ist und einfach zu gucken wie kann ich mir jetzt nach und nach die Koffer, die vielleicht mitschleppe und Taschen, die ich trage, die nach und danach irgendwie abstellen und anfangen Blumen zu pflanzen am Weg?
01:25:30: Und mich zu fragen mit wem möchte ich denn vielleicht lang laufen mir vielleicht schöne Musik dabei anmachen, dass es ja eher so darum geht, den Anzufangen sich zu erlauben.
01:25:41: Dass der Weg auch schön sein darf und selbst gestaltet.
01:25:46: Und das ist ein tägliches... Ein tägliche Sich-Selbstbegegnung mit möglichst viel Wohlwollen.
01:25:57: Das kann schon sein.
01:25:59: Die Erfahrung habe ich in meinem Leben immer.
01:26:01: Man ist auf diesem Wege unterwegs und man denkt, das ist so schön hier.
01:26:05: Und dann kommt aber plötzlich ein Koffer von Ihnen an
01:26:09: den Kopf geflogen.
01:26:11: Wo
01:26:12: kommt der denn in die letzten Jahre wieder
01:26:15: her?
01:26:19: So fühlt sich das wirklich für mich voran.
01:26:20: Und wenn man den noch mal aufmacht und sagt, ah ja, kenne ich ja, gucken wir jetzt nochmal rein machen ihn wieder zu stellen ihn wieder ab und auch damit okay zu sein, dass manche Themen brauchen einfach noch mal eine Runde und gehen dann vielleicht ein Stückchen tiefer.
01:26:40: Also das habe ich bei mir auch so das Gefühl gehabt, manche Dinge dachte ich so ja cool hab' ich jetzt integriert und es fühlte mich gut mit.
01:26:48: und dann jahr später hoffe ich, oh mein Gott!
01:26:52: Wie kann's denn schon?
01:26:55: Jetzt sehe ich eigentlich den Schmerz, der da drin war.
01:26:58: Vielleicht können wir da nochmal kurz drüber sprechen die Psyche einem ja eigentlich auch immer nur das hochgibt, was gerade verdaubar ist.
01:27:05: Oder?
01:27:06: Also wo wir ... dass manchmal einfach noch etwas zurückgehalten wird, was dann zu einem späteren Zeitpunkt wenn wir in uns stabiler sind und uns wirklich sicher fühlen, dass es dann nach oben kommt, wenn wir im geschützten Rahmen sind, wo's dann bearbeitet werden kann.
01:27:23: Ja!
01:27:24: Ja, zweierlei.
01:27:26: Erst mal zu der Frage, ob das ein tägliches... eine tägliche Routine ist eigentlich Traumaarbeit.
01:27:33: Und ich sage gerne, Traumaintegration ist ein Lifestyle.
01:27:37: Let's make it sexy!
01:27:43: So
01:27:43: we love it.
01:27:44: Ja
01:27:44: genau.
01:27:45: Also es ist tatsächlich immer Prozessarbeit und es ist immer Entwicklungsarbeit.
01:27:50: Das ist ganz natürlicherweise dann etwas was man nicht nur gelegentlich machen kann, wenn es von Erfolg gekrönt sein soll.
01:27:57: Sondern wo wir uns wirklich darum kümmern müssen dem wir Priorität einräumen müssen auch und damit ja auch wiederum unsere Würde achten und wiederherstellen.
01:28:07: also Es ist ein ein Lebensstil der besteht aus zum Beispiel sich selbst wahrnehmen überhaupt sich selbst Traumeinräumen die eigene Bedürfnisse genügend wichtig zu nehmen Und auch die Arbeit zu tun die damit verbunden ist.
01:28:20: Also das ist ja auch anstrengend Ja.
01:28:25: Es ist
01:28:26: so lohnend wert, auch wenn als mal die Koffer fliegen.
01:28:31: und da dazu was macht eigentlich die Psyche?
01:28:37: Man kann bei Wenn es um Trauma geht, leider nicht sagen dass die Psyche nur das hoch sendet was verkraftbar ist weil das genau bei Trauma außer Kraft gesetzt wird.
01:28:47: Menschen erleben sich überflutet von ihnen.
01:28:49: sie erleben Flashbacks Sie erleben körperliche emotionale visuelle Flashbacks.
01:28:54: Das heißt die psyche hat bei Traumas diesen Schutzmechanismus verloren.
01:29:01: Es ist dieses disregulierte, isolierte was dann hoch knallt aufgrund von einem Trigger also einem Auslösereiz den wir vielleicht identifizieren können.
01:29:09: Vielleicht aber auch nicht!
01:29:11: Vielleicht kommt er erst eine Woche später hoch geknallt weil wir es nicht mehr halten können und wir haben keine Ahnung was denn jetzt eigentlich mit mir los?
01:29:18: Aber das war dieser eine Satz den die eine Mutter zu dem einen Kind in dem Café gesagt hat wo wir gerade so entspannt saßen.
01:29:26: Also das funktioniert bei Trauma Folgen leider nicht, dass man nur das kriegt was man gerade tragen kann sondern das ist das was traumatisierte Menschen leider so oft erleben.
01:29:36: Dass sie immer wieder von innen überflutet werden.
01:29:38: Das Gefühl haben es überfordert sich einfach generell was von ihnen kommt weswegen sie sich dann auch nicht nach ihnen wenden nicht meditieren können ständig unruhig sind also eher so dauernd in dieser gefahren Erwartung und Gefahrenwappnung sind Und das war's mit den Koffern aber Vielleicht auch erklärbar ist.
01:30:02: Oder nein, ich mach erst mal noch den Abschnitt da fehlt noch was?
01:30:05: Genau!
01:30:07: Es ist tatsächlich so dass wenn wir sichere Rahmenbedingungen erleben das durchaus von innen wahrgenommen wird weil unser Nervensystem dafür empfänglich ist und unser Bindungssystem auch.
01:30:20: Wir erkennen nach und nach Sicherheit.
01:30:23: Wir kennen ein sicheres Gegenüber weil es unsere Werkseinstellung ist.
01:30:27: So sind wir gedacht, rein biologisch und so speziesmäßig.
01:30:33: Und das heißt, wer kennen das?
01:30:35: Wir docken da langsam an und dann kann es sein dass dann das Material hochkommt auch in Form von wirklich gefühltem Erleben nicht nur über Fluten sondern auch ach du liebezeit habe ich jetzt Angst den zu verlieren oder die zu verliern.
01:30:51: Ach du liebe Zeit merke ich wie ich die liebe.
01:30:53: Das ist ja total schrecklich schockierend, wie tief ich fühle.
01:30:57: Ja das wollte ich doch nie wieder tun.
01:30:59: oder auch dass man zum Beispiel bemerkt es gibt ganz vielen Leuten so sie haben Therapie Erfolge oder sie haben selbst Entwicklungserfolge und plötzlich geht die Symptomlast hoch Es kommt irgendein altes Symptomen wieder Oder eine Essstörung wird wieder reaktiviert Obwohl man denkt eigentlich Hä?
01:31:18: Es wird doch gerade alles besser Und das ist dann oft sozusagen Folge von mehr Sicherheit, mehr Kapazität das dann auch mehr Symptomatik und Last in den Raum kommt.
01:31:33: Darauf muss man auch gefasst sein wenn man sich auf den Weg begibt dass es nicht nur gleich besser wird sondern dass es in Wellen geht und was nicht integriert ist sich nach und nach zeigt und dass das dann wie du sagst immer weiter in die Tiefe geht immer noch eine Schicht bis wir das Gefühl haben, jetzt ist es wirklich gehalten.
01:31:56: Also nicht nur so von rechts und links oder auch von unten und oben und von vorne und hinten also wie so eingebettet.
01:32:04: Ja, da hast du ganz recht wenn du so beobachtest dass je sicherer man ist, desto mehr kommt auch manchmal noch dann hoch.
01:32:13: Das ist so unfair, oder?
01:32:17: Einerseits ja und
01:32:19: andererseits nur wenn man zeitlich betrachtet.
01:32:22: Weil unterm Strich ist es immer besser.
01:32:24: Es ist richtig voll.
01:32:26: Ist das so gut!
01:32:27: Und ich kann das auch... Ich vergleiche das manchmal mit Ernährung.
01:32:33: Ich weiß noch als ich vor keine Ahnung wieviel Jahren damals angefangen habe Milchprodukte wegzulassen, kein Fleisch zu essen wie viel mehr Energie ich hatte.
01:32:44: Also, wie anders ich mich ... meine Verdauung hat sich anders angefühlt?
01:32:46: Ich hab mich in mir anders gefühlt und dann dachte ich so es ist so spannend weil wenn wir vorher Menschen was davon erzählt haben habe ich das natürlich irgendwie verstanden.
01:32:57: aber ich
01:32:58: wusste ja gar nicht wie's sich anfühlt.
01:33:00: Und so ähnlich ist es für mich mit Persönlichkeitsentwicklung und Therapie dass ich so überrascht bin heute jetzt mit fast vierzig gut ich mich in mir fühlen kann.
01:33:14: Also wie schön sich das anfühlen kann, einfach in mir zu sein.
01:33:19: Die Augen zuzumachen und zu denken... Oh!
01:33:20: Ist da
01:33:23: schön hier?
01:33:25: Oder wenn ich weiß zum Beispiel jetzt ist Wochenende für mich, wo ich denke geil.
01:33:30: Ganzes Wochenende mit mir.
01:33:32: Herrlich!
01:33:32: Im bester Gesetze.
01:33:35: Wo ich mich richtig drüber
01:33:36: freue
01:33:38: Und wo ich einfach jedem der auch gerade zuhört und jeder die zuhörte, diesen Mut zu machen.
01:33:44: Auch wenn es Angst macht... Ich mein, sind wir mal ehrlich?
01:33:48: Es ist einfach anstrengend!
01:33:51: Dein Hirn- und Nervensystem und dein Unterbewusstsein mit eine Million gute Gründe finden.
01:33:57: Warum es besser ist, die Netflix-Serie zu gucken oder... Keine Ahnung.
01:34:02: Die Bäsche aus dem Schrank wieder rauszuholen und zu staubsaugen
01:34:05: oder irgendwas anderes zu machen, ja?
01:34:08: Aber es lohnt sich... Ich finde nicht... Aber ich weiß nicht, ich glaube das war auf Kamera vorhin, ich habe gesagt so, ich liebe es therapiert zu werden!
01:34:15: Ich find' es so geil, wenn einem so Lichter aufgeht und man plötzlich ist so oh mein Gott Ja, ich sehe es jetzt.
01:34:24: Ich kann das sehen und es ist da und ich verstehe es und es macht Sinn und jetzt kann ich damit arbeiten und es gibt einem diese... Also für mich persönlich, ich glaube im Leben geht es ja auch darum möglichst innerlich frei zu werden in Sinne von nicht mehr getrieben zu sein, nicht mehr innerlich so versklavt zu sein in diesen alten vergangenen Musstern, die aus Generationen vielleicht weitergegeben worden sind.
01:34:50: Sondern sich selber dieses Geschenk zu machen wirklich frei wählen zu können wie du dir selbst begegnen möchtest?
01:34:58: Wie du anderen Menschen begegnern möchtes?
01:35:00: Wie Du im Leben begegne möcht ist und was es vorhin auch gesagt einfach da sein zu können weil das ja Trauma macht.
01:35:09: Es nimmt dich aus dem Moment, es hält dich eigentlich die ganze Zeit in der Vergangenheit oder in der Zukunft oder irgendwo dazwischen.
01:35:15: Aber du bist ja nie... Du wirst entweder total aktiviert oder halt tot.
01:35:20: aber du bist nicht wirklich da und ich glaube das Schöne ist sich selber zu erlauben Dasein zu dürfen, mit all dem was da ist.
01:35:29: Da drin die Sicherheit zu finden?
01:35:31: Ja
01:35:31: ganz genau!
01:35:32: Und hattest du nicht vorhin die Frage gestellt?
01:35:34: Die sind wir glaube ich dir haben wir unterwegs verloren.
01:35:37: Wie sammeln sie wieder ein?
01:35:38: Hattest Du nicht gefragt?
01:35:39: oder war das irgendwie in meinem Kopf und vielleicht ist dieser nur so am Rumschwirren gewesen?
01:35:44: Hättest du noch nicht gefragt ob man irgendwann überhaupt angekommen
01:35:48: hat?
01:35:49: Ja hatte
01:35:49: ich ja.
01:35:51: Kommt man irgendwann an?
01:35:52: Ich würde mal sagen... Ein Zuhause zu finden, also anzukommen ist ein Prozess der sich irgendwann anfühlen kann wie ich bin angekommen.
01:36:04: Aber man wird nicht zehn Jahre in dem Haus leben ohne irgendeine Pflanze woanders hinzustellen oder was dazuzuholen oder umzuräumen.
01:36:12: Also fertig is man nach meiner Erfahrung nie Was aber auch Gott sei Dank so ist weil wir ja Wir können ja immer noch weiter lernen und wir können immer weiter wachsen.
01:36:25: Und Ankommen bedeutet nicht fertig sein, sondern angekommen zu sein bedeutet man kann endlich anfangen sich ohne Stress zu entwickeln und ohne Stress weiterzuwachsen.
01:36:38: Nicht stressbedingt und druckbedingt zu müssen, sondern endlich zu können stattzumüssen.
01:36:46: Ja?
01:36:47: Und einfach zu sein mit jedem
01:36:48: was es
01:36:49: ist!
01:36:49: Mit dem ganzen Shit
01:36:51: Mit dem ganzen Shit und dann mal ohne den ganzen Shit.
01:36:54: Und dann aber wieder mit dem ganzen shit.
01:36:56: Das wäre
01:37:01: ein guter Song!
01:37:04: Mal mit dem Shit, weil ohne den Shit, wieder mit den Shit... ...und Schacke.
01:37:09: Die Schakkaum raus.
01:37:11: Genau.
01:37:11: Aber angekommen.
01:37:12: Aber
01:37:13: wir sind angekommen?
01:37:16: Genau.
01:37:17: Was da auch noch gut hinzuzufügen ist, das finde ich auch einfach so für um gerecht zu sein mit uns selbst und nicht irgendwie in Erwartungen zu versinken.
01:37:31: Und das ist wieder der fliegende Koffer, wenn wir Trauma erlebt haben und wenn wir vorankommen und die Lebensqualität sich verbessert, dass Gefühl von Selbstwirksamkeit steigt, das Gefühl von Sicherheit und Verbundenheit steigt dann sind wir ja auf einem wirklich fantastischen Weg.
01:37:51: Jemandem, dem wir lieb haben was passiert.
01:37:53: Eine existenzielle Stress dazukommt.
01:37:56: Irgendetwas, das uns tief trifft dann dürfen wir darauf gefasst sein dass die alten Autobahnen wieder angehen weil sie sind einfach so solide geprägt als Rettungsanker und Rettungsnetz im Stress.
01:38:11: Und das ist dann kein Rückschritt sondern nur eine Reaktivierung von einem alten guten verankerten Überlebensprogramm hoffentlich etwas mehr beobachten können statt nur darin zu versinken und dass wir dann, wo wir uns danach und nach wieder rausbewegen können.
01:38:30: Ich finde es wichtig darauf hinzuweisen weil die Idee das ein verarbeitetes oder bewältigtes Trauma erleben sich dann oder einen zu einem Menschenmacht der ein Mensch ist wie als hätte er das nicht erlebt?
01:38:48: Das ist nicht wahr!
01:38:49: Das ist ein Trugschluss und das ist ein falscher Wunsch, also ein unerfüllbarer Wunsch.
01:38:54: Es ist passiert – es hat uns geprägt!
01:38:57: Und man wird nie der Mensch sein, der man wäre wenn es nicht passiert wäre was gut und schlecht zugleich sein kann.
01:39:03: Wir können aber immer der Mensch seien, der wir jetzt sind und der sozusagen uns am nächsten Seinde, unserem Kern am nächsten kommende Mensch.
01:39:15: Und dazu gehört auch in ganz verletzlichen Phasen, in hohen Stressphasen zurückzufallen.
01:39:20: In den Anfangszeichen ein altem Muster und dann aber zu bemerken das ist schon okay es ist gesund und der Hauptsache ist dass ich das bemerke und mich auf dem Weg mache wieder rauszukommen
01:39:33: Wenn jetzt gerade jemand so hört und sich denkt Ich möchte jetzt zur Therapie Ich will mir Hilfe holen und ich will mich da unterstützen dabei.
01:39:45: Das ist schon auch meine Erfahrung.
01:39:47: Man kann natürlich Bücher lesen und so weiter, aber es gibt Dinge, die können wir nicht... Also das ist mein Erfahren, also vieles, ich würde sagen, neunzig Prozent von all dem was ich in mir integriert habe oder verändert hab war durch die Arbeit wie jemand mit mir gemacht hat.
01:40:07: Wie kann jemand mit dir vielleicht auch arbeiten?
01:40:11: Oder was würdest du, wie findet man einen guten Therapeuten?
01:40:15: Wunach sollte man gucken.
01:40:17: Hast du da Tipps?
01:40:18: Weil ich meine wir wissen alle ... Therapieplätze zu finden ist einfach schwierig.
01:40:26: Wo kann jemand anfangen... Was ist vielleicht, ich nenn's jetzt auch mal eine Red Flag bei Therapeutin wo du sagen willst, ah!
01:40:33: Da vielleicht einfach wenn du das merkst dass jemand so is vielleicht vorsichtig sei oder kei.
01:40:37: also weißt du wie Weil ich kenne auch viele Menschen, die gehen zu einer Therapie und es hat's dann eher verschlimmbessert vielleicht als verbessert.
01:40:47: Vielleicht kannst du da nochmal so ein bisschen teilen.
01:40:51: was könnten die ersten Schritte sein?
01:40:53: wie kann man sich da auch den Mut nehmen da loszugehen für sich selbst?
01:40:57: Ja also ist Fakt tatsächlich auch erwiesenermaßen dass wir gewisse Dinge nicht alleine können insbesondere im Zusammenhang mit Trauma, weil wenn der innere Halt und die innere Sicherheit fehlt haben wir keine Möglichkeit uns wirklich selbst zu regulieren.
01:41:16: Dann können wir uns immer nur kontrollieren und wieder irgendwie stumm schalten.
01:41:22: Und dann lernen wir mit einem sicheren Gegenüber das uns Co-Regulation gibt nach und nach Selbsthalt zu entwickeln.
01:41:30: also dass ist Man holt sozusagen Entwicklungsschritte, die in der Kindheit nicht stattfinden konnten auf einer ganz basalen Ebene in der sicheren Verbindung nach.
01:41:40: Also da mag ich dich so gerne nochmal... Ja also was du gesagt hast dick unterstreichen dass es vollkommen normal und nicht defizitär ist das wir Dinge nicht alleine schaffen weil es rein biologisch auch nicht immer geht.
01:41:57: Jedoch schwere der Symptomatik braucht es unterschiedliche Formen von Unterstützung.
01:42:02: Trauma, das hatten wir ganz am Anfang bewegt sich auf einem großen Spektrum und es gibt Traumasymptomatiken die sind so intensiv dass Menschen ohnehin ganz klar Therapie bedürftig sind.
01:42:14: sie sind vielleicht schon in vielen Kliniken gewesen Sie haben vielleicht sogar eine Berufsunfähigkeit eine Frühberätung oder ähnliches und das sind also schwerst betroffene Menschen.
01:42:26: Und dann verteilt sich das Spektrum bis hin zu den Menschen, die zum Beispiel einfacher leben.
01:42:31: Ich habe noch nie eine erfüllte Beziehung gehabt weil es so existenziell bedrohlich für mich ist.
01:42:36: Die, die schwer betroffen sind brauchen traumatherapeutische Unterstützung, die traumaspezifisch auch methodisch arbeiten kann.
01:42:44: Also mit vielen Fähigkeiten und Methoden, die auch in der Traumakonfrontation tiefe Auseinandersetzung mit dem Geschehenen hineinführen kann.
01:42:54: Und ein ganz großer Teil der Betroffenen braucht aber vor allem Trauma-informierte, Trauma sensible Begleitung die nicht unbedingt therapeutisch sein muss, die auch im Coachingrahmen stattfinden kann wo Trauma Wissen vorhanden ist, wo die begleitende Person Trauma erkennen kann, mit Traumasymptomen umgehen kann ohne therapeutisch darauf einzugehen und wo Retraumatisierung verhindert wird.
01:43:18: Und dieser ganz große Teil der Betroffenen braucht in dem Sinne also Unterstützung, die sichere Bindung ermöglicht.
01:43:26: Die eine Auseinandersetzung mit den Gefühlen, Emotionen, Zuständen ermöglich, die gerade da sind und arbeitet dann mit dem was da ist statt mit den Informationen und Bildern aus der Vergangenheit.
01:43:39: Da gibt es viele Menschen, ausgebildet sind.
01:43:44: Das ist ja auch ein großer Teil meiner Arbeit, Traum sensibel weiterzubilden.
01:43:49: und da... Wie oft
01:43:50: bildest du da aus?
01:43:51: Einmaljährlich starten wir eine Ausbildungskruppe.
01:43:55: Wann startest du das nicht
01:43:55: so gut?
01:43:56: Wir starten immer im September und das geht dann zehn Monate online.
01:44:03: Da lernt man tiefe Kenntnisse und Handwerkszeug was einfach so wichtig ist weil so viele Menschen die Coaching anbieten dann eben auch für die Betroffenen ein gutes Gegenüber sein können und auch erkennen können, wann sie in eine Therapie weiter vermitteln sollten.
01:44:22: Und es gibt nicht genug Therapieplätze für die Schwerbetroffenen also werden auch die leichter betroffenen keinen Platz finden leider.
01:44:31: Es ist eine Katastrophe, es ist ja nochmal ein ganz anderes Thema und deswegen ist es so wichtig dass wir Menschen informieren die an Menschen arbeiten mit Menschen arbeiten in Pflegekontexten pädagogischen Kontexten im Coaching Kontext Und da sollte man also darauf achten das die Person Weiterbildung hat, die traumaspezifisch ist.
01:44:51: Die man sich auch zeigen lassen kann.
01:44:53: was da alles beinhaltet ist und sollte also unbedingt Trauma wissen da sein was auch bei ganz vielen Psychotherapeuten und Psychologen leider nicht vorhanden ist weil es nicht automatisch in der Ausbildung inbegriffen ist.
01:45:09: Es ändert sich viel aber es ist in den meisten Studiengängen wenn nur ein Randgebiet ein kurzes Und man muss sich spezialisieren Auch methodisch muss man sich dann spezialisieren.
01:45:21: Da ändert sich aber viel glücklicherweise, aber deswegen heißt es nicht wenn ich eine kassenzugelassene Therapie in Platz dort bekomme dass derjenige mich traumaspezifisch behandeln kann.
01:45:33: Es ist da nicht gewährleistet per se.
01:45:35: also muss man danach gucken.
01:45:37: und Red Flags sind meiner Erfahrung nach Menschen die Versprechungen machen das sie Trauma Heilung mit dir machen und zwar innerhalb von zehn Sitzungen im Traumheilungs- oder Traumakoachingprogramm, die eine Intensivwoche anbieten wo man Konfrontation macht.
01:45:58: Die so Shortcuts und Abkürzungen anbieten aber keine wirkliche fundierte Ausbildung haben.
01:46:07: Und die dienefundierte Ausbildungen werden keine solchen Angebote machen weil denen klar ist dass das immer tiefe Prozessarbeit ist Und auch meistens eine längerfristige Begleitung nötig ist, auch im Coaching-Ramen.
01:46:22: Also das Traumerspezifische Coaching ist immer prozessorientiert und nicht lösungsorientiert.
01:46:27: Das ist ein ganz großer Unterschied!
01:46:29: Man arbeitet trotzdem auf Lösungen hin aber in Form eines Prozesses und nicht in Form von wahnfreie Kartoffelbrei drauf los.
01:46:40: Koste es was es wolle?
01:46:41: Ja... Also Red Flex sind die Abkürzungsangebote und auch die mangelnde Ausbildung, also nur zum Beispiel eine EMDR Coaching-Ausbildung zu haben bedeutet nicht das Traumawissen da ist.
01:46:56: Und dann ist natürlich auch super wichtig eines der wichtigsten und tragendsten Elemente für gelingende Zusammenarbeit ist dass es menschlich stimmt, dass man sich sicher fühlen kann dass das gegenüber für einen genügend Sicherheit, Wärme und Zugänglichkeit verkörpert.
01:47:16: Dass es kein von oben herab besser wissertum ist keine konfrontative provokative Art.
01:47:23: da ist ja, dass derjenige einfach ein Mensch mit Herz ist.
01:47:28: Das ist ganz wichtig!
01:47:31: Danke fürs Teilen.
01:47:32: ich sind auch alle Links in den Show Notes also für alle die jetzt gerade zuhören und sich dabei informieren wollen.
01:47:37: ihr findet alles in den show notes.
01:47:41: Ich habe noch eine letzte, eventuell letzte Frage.
01:47:45: Aber ich habe noch ganz viele Fragen.
01:47:48: aber eine Frage die ich gerade was ich beobachte da finde ich super spannend deinen Blick darauf zu bekommen.
01:47:57: Ich beobchte einen Trend auf Social Media oder generell zum Thema Nazismus das gefühlt alle Nazisten sind und und das sehr inflationär gebraucht wird, der Begriff.
01:48:16: Kannst du da nochmal eingrenzen?
01:48:19: Was ist Nazismus?
01:48:22: Woran erkennt man das auch?
01:48:25: Wie geht man damit um wenn man zum Beispiel wirklich in einer Beziehung ist mit einem nazistischen Menschen?
01:48:34: Ja dass wir da vielleicht einmal noch mal kurz darauf eingehen weil ich Wie ist da dein Blick drauf, wie beobachtest du das und was sind deine Gedanken?
01:48:42: Ja.
01:48:44: Also der Trend ist phänomenal intensiv und schon lange am Wirken dass Nazismus als ein Überbegriff genommen wird für Menschen die mit anderen Menschen schlecht umgehen, also mal so generell.
01:49:00: Und dann wird da ganz schnell das Labelnazismus draufgeklebt den psychiatrischen oder psychologischen Standards entsprechend.
01:49:12: Bei Narzissmus in der Medizin, in der Forschung und in der Psychiatrie sprach man früher von der narzistischen Persönlichkeitsstörung.
01:49:21: Die Persönlichkeitsstörungen wurden im europäischen Diagnosemanual inzwischen entfernt.
01:49:25: Man arbeitete jetzt eher mit Dimensionen als mit dem Wort Persönlichesstörung aber das ist nicht so relevant für die Einordnung.
01:49:34: Also generell geht man davon aus, dass Narzissmus als ein Persönlichkeitsmerkmal in einem gewissen Rahmen etwas Hochnatürliches und ganz normales ist.
01:49:45: Eine gewisse Ich-Bezogenheit, eine gewisse Bedürfnis, eine Gewisse Anwesenheit auf Bestätigung, Auf Selbstwertbestätigung auch auf Selbstwerterhöhung – das gehört alles noch im Spektrum des normalen menschlichen persönlichen Repertoires, das vielfältig ist.
01:50:07: Und was in dem Trend beschrieben wird sind Persönlichkeiten die eine extreme nazistische Prägung haben in ihrem Charakter, die wiederum auf einem Spektrum stattfindet dass sich ausstrecken kann von der nazistischen Gewalt, die sozusagen nur im Sinne von ausschließlich der Selbstwerterhöhung dient.
01:50:33: Also man ist angewiesen auf Applaus und benutzt andere Menschen dazu dass sie einem nazistische Zufuhr wie man das dann nennt geben.
01:50:41: Und das Spektrum erstreckt sich aber bis zu den Gewaltformen wo es in Richtung Sadismus geht In ganz maligne also ganz bösartige Formen von Manipulation.
01:50:52: Und das, was Opfer von nazistischer Gewalt erleben ist vor allem der dauerhafte Angriff des Kerns, des Selbstwärts.
01:51:07: Also nazistische Gewalt richtet sich immer auf den Selbstwert – daran erkennt man sie!
01:51:13: Alle Manipulationen die dort stattfinden, richten sich darauf, den anderen zu verunsichern in seiner Selbstwahrnehmung, Identität.
01:51:24: Nazistische Gewalt ist immer beschämend, immer entwürdigend und immer bloßstellend.
01:51:29: Und die Dynamiken in die diese Gewalt eingebettet wird, diese Dynamiken sind immer auf dem Bindungssystem statt.
01:51:40: Also ein nazistisch agierender, nazistischer gewalttätiger Mensch kann den anderen so sehr manipulieren weil er das Bindungssystem ansteuert.
01:51:49: also ich hol dir die Sterne vom Himmel.
01:51:53: Ich lauf bombe dich, wie man dann in dem Kontext sagt um dich von mir auf eine gewisse Art und Weise möglicherweise abhängig zu machen.
01:52:02: also ich gebe dir eine Wichtigkeit, die ich nach einer Weile mit gezielten Aktionen infrage stelle.
01:52:10: Die ich wie zerschieße, zerstöre, zersetze um sie dann bei einer anderen Gelegenheit wiederaufzubauen.
01:52:16: Also das ist ein bisschen wie wie eine Katze, die mit einem Vogel spielt.
01:52:24: Aber nicht aus Instinkt und Spieltreb, sondern weil sie Spaß daran hat ihn zu zerflettern.
01:52:33: Und wie kommt jemand der in so einer Dynamik ist da wieder raus?
01:52:37: Also oft ist das ja über ein wahrscheinlichem Zeitraum wo er stattfindet und irgendwann ist man dann drin da drin, dass man sich selber vielleicht auch in Frage stellt die eigene Wahrnehmung infrage stellt.
01:52:53: Das
01:52:53: ist das Ergebnis genau?
01:52:55: Hast du da einen Ratschlag wie jemanden, der darin steckt, kann man sich selbst überhaupt wieder vertrauen in der eigenen Wahrnehnung?
01:53:04: und wie kommt man dann wieder raus?
01:53:08: also weil ich weiß gar nicht mehr... Ich bin mir jetzt nicht sicher ob das stimmt was ich in diesem Kontext mal gelesen habe dieses Love Bombing und dieser Entzug, dass das in dem Gegenüber ja wie so ein Drogen-Dopamin kickt.
01:53:27: Eigentlich, dass man dann denkt okay aber ich will eigentlich auch wieder diesen Liebesdingen und deswegen geht man dann wieder zurück.
01:53:33: Also es ist ja so komplex...
01:53:37: Ja!
01:53:37: Es ist sehr komplex.
01:53:39: Das ist das Toxische an der nazistischen Gewalt, dass sie eben den Betroffenen immer in die Not bringt, letztlich für den Bindungserhalt zuständig zu sein.
01:53:53: Ein Bindungssystem ist immer aktiviert und man ist aber der Gewalt des anderen ausgeliefert.
01:53:59: Und durch diese komplexe und trafinierte Form von Gewalt auf dem Bindungssystem, die auch immer das Nervensystem dann in Gefahr- und Alarm hält, schwer daraus zu kommen, was so viele Betroffene berichten.
01:54:16: Ich habe mit sehr vielen Betroffenen von arzistischer Gewalt in der Praxis schon gearbeitet die entweder nach einem Jahr völlig zerstört wenn die Praxis kam.
01:54:23: ich will mich trennen nicht kann es nicht ich kann nicht mehr.
01:54:26: ich glaube ich bin suizidal und Leute die zwanzig dreißig Jahre in solchen Kontexten waren Kinder haben mit den betroffenen Personen oder gemeinsam Betrieb haben oder so.
01:54:38: ja also es gibt da Alles.
01:54:41: Es gibt leider nazistische Gewalt, bösartige Gewalt auf der Bindungsebene gibt es in allen Konstellationen und sie erfüllt für die Betroffenen nach meinem dafür halten immer die Traumakriterien.
01:54:53: also Nazistische gewalt zu erleben ist traumatisierend erfüllt alles was wir schon besprochen haben Verlust von Sicherheit, Verluste von Orientierung auf dem Bindungssystem massiver Stress Bindungsabbruch, Bindungsaufbau, Bedrohung, Entwürdigungen, Entwertungen, Selbstwertverluste alles.
01:55:09: Und auch gestandene Persönlichkeiten können in eine solche Falle geraten.
01:55:14: Das ist eine Frage die ganz oft kommt.
01:55:17: Wieso bin ich da reingeraten?
01:55:19: Oder andere sagen wie kann man nur so dumm sein?
01:55:22: Also wie kann sich sowas gefallen lassen?
01:55:25: Das ist ein Form von Gewalt der wir alle zum Opfer fallen können das Ergebnis meiner Erfahrung Und wo wir Hilfe brauchen, um es zu bemerkens, zu erkennen und um rauszukommen.
01:55:37: Das Rauskommen kann man mit Suchtbehandlungen vergleichen.
01:55:42: Es hat etwas mit Entzug zu tun, es hat was mit Entgiftung zu tun... ...es hat ganz viel mit Begreifen und Verstehen zu tun und es hat sehr viel mit verschiedenen inneren Anteilen zu tun die konditioniert worden sind.
01:55:56: Also es gibt ganz klassisch den Entschluss ich trenne mich weil ich merke, es zerstört mich.
01:56:03: Und sobald man den Schritt der Trennung vollzieht rastet etwas innerlich aus die bedürftigen manchmal kindlichen oder eben auch erwachsenen konditionierten Anteile, die gelernt haben durch diese Gewalt wenn die Bindung nicht wieder aufgebaut wird bin ich komplett verloren.
01:56:20: Weil der Selbstwert so ausgehöhlt wurde von diesen Menschen dass man dort Auch das Heil sucht, was so paradox und so falsch ist.
01:56:31: Aber eben auch wieder logisch.
01:56:32: Das bedeutet man kommt in der Regel nicht allein raus.
01:56:37: Man braucht eine starke Motivation und man braucht Unterstützung.
01:56:41: Man nennt es gerne auch mal in der Trauma Arbeit Ausstiegshilfe wie ein Ausstück aus der Prostitution, aus einer Sekte, weil es so toxisch ist.
01:56:53: die Muster ähneln sich also Sekten.
01:56:54: Kontexte sind immer Macht Kontexte
01:56:58: und Gewalt.
01:56:59: Genau, und Abhängigkeiten.
01:57:00: Und ganz viel Entwürdigung.
01:57:02: Dass es immer über den Selbstwert geht?
01:57:05: Ja also wer auch immer das hört und sich damit konfrontiert sieht oder fürchtet wenn ich ehrlich bin bin ich seit Jahren in so einem Kontext nicht alleine versuchen.
01:57:18: dass wird der endlose on off Beziehungskampf wo man immer mehr Kraft verliert.
01:57:23: Das kostet so viel Kraft, sich zu trennen und wieder zurückzuschnalzen.
01:57:27: Man verliert noch mehr ein Selbstwertgefühl.
01:57:30: Und es gibt auch da Menschen die sich auskennen und das begleiten können.
01:57:35: Das ist auf jeden Fall auch Traumaarbeit.
01:57:38: Es gibt gute Info zu dem Thema und da ist nicht jede Info auf den Social-Media Kanälen unbedingt.
01:57:45: Nicht von der Bibel durchsuchten sondern... sich wirklich Hilfe holen von Menschen, die damit umgehen können und die einen da gut.
01:57:54: Ist so ein bisschen wie wenn so ein großer... ein Dampfer in den Hafen einfährt.
01:57:59: Der hat dann so ganz viele kleine Schiffe um einen rum, die einen da so sicher
01:58:03: rein oder
01:58:04: aufs Meer wiederziehen können und man braucht es, um aus diesem Hafen rauszukommen.
01:58:08: Du brauchst ja diese kleinen ... Wieder auch bei dem Boden zu sein mit dieser Begleitbote.
01:58:12: Weil es gibt diese Undercurrents, diese Unterströmung, die halt echt zieht.
01:58:18: Da braucht man viel Begleitung und Schutz.
01:58:20: Oh!
01:58:21: Noch
01:58:22: mal ein Riesenterror?
01:58:23: Ja, dazu könnte man nochmal jetzt eigenen Podcast aufnehmen.
01:58:27: Auf jeden Fall!
01:58:29: Allerletzte Frage... dann hast du Feierabend.
01:58:36: Spiritualität und Trauma und zum einen die Gefahr, die da miteinander verbunden ist?
01:58:45: Also schon dieses ... ich weiß noch als ich so richtig begonnen habe es auf meinem Weg Die ersten Bücher und ich war so, jetzt hab' ich's.
01:58:59: Jetzt schön
01:59:01: geklärt.
01:59:01: Es hat sich gut angefühlt.
01:59:02: Ja es hat sich so
01:59:03: gut angefült.
01:59:10: Man wieder dann dem normalen Leben angekommen ist und man merkt shit.
01:59:18: Wie integrierst du deine Spiritualität in deiner Arbeit?
01:59:21: In deinem Leben?
01:59:24: Inwiefern kann Spiritualität eine Hilfe sein auf dem Weg?
01:59:28: Inwieferen kann es aber vielleicht auch ein ... Ja, ich sag jetzt mal verblenden oder einen eher festhalten und auch wieder eine Bewältigungsstrategie sein.
01:59:46: Super Frage!
01:59:47: Können wir auch noch eine Stimme stellen?
01:59:53: Also Spiritualität ist für mich erst mal, also meine persönliche Definition von diesem großen Begriff.
01:59:59: Ist das wir Verbundenheit wahrnehmen zu etwas was größer ist als wir dass ein verbindendes Element ist?
02:00:07: Ja!
02:00:08: Das es für mich so mal einen Überbegriff für Spiritualität und dementsprechend ein per se potenziell sehr heilsames Element.
02:00:15: wenn man Verbundenkeit verloren hat Und für ganz viele von Trauma betroffene ist Spiritualität eine Brücke hin zur Verbundenheit, zurück zu Verbundenheit.
02:00:27: Es wird dann schwierig wenn man die Brücke nur nimmt um wegzukommen und von dem irdischen Kram und sozusagen ein spiritual bypassing betreibt also über die Spiritualität versucht seinen eigenen Themen zu entkommen.
02:00:48: Coming back.
02:00:52: Und das ist auch verlockend und es kann auch mal dienlich sein, um wirklich eine Pause zu machen.
02:00:57: Es kann wirklich auch ne Erholung sein in einem spirituellen Kontext zu verweilen sich da ein bisschen aufzuladen und dann zu merken okay... Das sollte Teil meiner menschlichen Reise sein aber ich habe halt die menschliche Reise gebucht irgendwie so und die wartet auch auf mich und auf meine Teilhabe.
02:01:18: Also Spiritualität kann eine wunderbare Brücke sein zu dem inneren Erleben von Verbundenheit, was wie wir vorhin schon mal angerissen hatten.
02:01:25: Eine regulierte Nervensystem Zustandsbrücke ist.
02:01:30: also da kommen wir auch zum regulierten erleben.
02:01:33: und für mich ist Spiritualität persönlich auch in meiner Arbeit etwas ganz ganz individuelles und etwas das wir ganz oft unterschätzen Ja, weil wir es oft auch verwechseln mit sowas wie Esoterik oder religiösem Fanatismus.
02:01:52: Und das ist aus meiner Erfahrung etwas Extremnatürliches und uns in unserem Mensch seien in die Wiege gelegt, das Bedürfnis spirituell zu erleben – zu empfinden!
02:02:06: Ich glaube... ein Erlebnis im Meer zu baden und sich getragen zu fühlen.
02:02:11: Und das wirklich zu spüren ist ein spirituelles Erlebnis, weil wir verbunden sind mit dem Leben
02:02:18: oder den Mond anzukommen.
02:02:23: Oder auch mit einem Menschen zusammenzutreffen, den man nicht kennt und trotzdem kann man tief tauchen.
02:02:28: Das ist auch eine Art spirituelleres Erlebens.
02:02:32: Genau deswegen ist Spiritualität für mich ein Element in der Traumaarbeit.
02:02:37: Es ist immer willkommen, wenn Menschen einen spirituellen Zugang haben.
02:02:41: Meine Erfahrung ist auch das Menschen die sich als rigoros und spirituell bezeichnen dass auch passend zu ihrer Symptomatik tun also dass dann auch so was wie eine.
02:02:54: da will ich nichts damit zu tun haben.
02:02:55: es macht mich weich oder das ist irgendwie wischy washy und nur etwas für was auch immer's.
02:03:02: also dass da auch wir so ne An der Stelle häufig eine Härte steht.
02:03:07: Und es ist natürlich ein interessantes Thema zum Philosophieren und diskutieren, ist das ein menschliches Grundbedürfnis vielleicht auch an etwas zu glauben?
02:03:16: Keine Ahnung!
02:03:17: Ich weiß dass es ein menschenliches Grund Bedürfnissen ist getragen und gehalten zu sein.
02:03:21: Das finden wir auch über verschiedenste Formen von gelebter Spiritualität.
02:03:27: Für mich ist aktuell in meinem jetzigen Lebensabschnitt Spiritualität für mich immer die erlebte Verbundenheit.
02:03:37: Und das, wo ich das Gefühl habe jetzt bin ich im Leben wirklich gerade eingebettet und das Leben spricht zu mir es berührt mich, es erreicht mich Es beschenkt mich oder es zeigt mir was oder es haut mir den Koffer von hinten an den Kopf.
02:03:53: ja auch das ist für mich Teil von Spiritualität das Leben auch in solchen Bildern zu erleben und zu verstehen und zu entschlüsseln.
02:04:02: und als letzten Aspekt vielleicht Ich finde auch, dass Spiritualität etwas ist was sich unglaublich gut dafür eignet Verbundenheit in der Gemeinschaft zu spüren.
02:04:16: Durch Riten, Praktiken seien sie ja tausende alt oder was wir uns gerade einfallen lassen.
02:04:22: Ja gemeinsame Lieder die wir singen eine Kraft auf die wir uns ausrichten im Grunde auch dieses Menschenbild das ich habe könnte man auch als spirituell bezeichnen, weil biologisch
02:04:36: kann man es nicht
02:04:38: beweisen.
02:04:39: Ja also Verbundenheit ist für mich Spiritualität und die gehört auf jeden Fall zu meiner Arbeit dazu.
02:04:49: Wow!
02:04:50: Ich hab
02:04:50: keine Ahnung wie lange wir gesprochen haben.
02:04:54: Es passiert mir selten ich habe eigentlich immer ein gutes Zeitgefühl im Podcast aber... Also wirklich Einfach Danke von Herzen für dich, für deinen Sein, für deine Arbeit.
02:05:05: Für dein unermüdliches Commitment zu diesem Thema und dass du einfach so viel Klarheit in dieses Thema bringst und aufklärst und anführst und dann nach vorne gehst mit all dem was damit zu tun hat.
02:05:27: auch weil ich glaube... dass die Welt es ja so traumatisiert.
02:05:32: Und alle Probleme, die wir haben ist weil die Welt einfach so traumatisiert ist und solange wir unsere Traumata nicht angucken können wir so viele Lösungen auf allen möglichen Ebenen finden.
02:05:44: aber es braucht das ehrliche wahrhaftige Hingucken bei sich selbst und die eigenen Anteile anzuschauen mit denen man im Krieg isst.
02:05:57: Und ich glaube, es ist so wertvoll die Art und Weise wie du das machst.
02:06:01: Wie du darüber sprichst und die Einladung, die du dazu aussprichst weil sie so verbindend ist und so zugänglich ist.
02:06:09: Ich hoffe dass alle, die gerade zuhören, die bis jetzt zugehört haben bravo Applaus!
02:06:14: Dankeschön!
02:06:15: Gut gemacht!
02:06:16: Das durchhalten...
02:06:22: Ich auch mit so einem ganz warmen Gefühl raus geht und einfach mit diesem Wissen in uns allen ist dieser unversehrter Kern.
02:06:28: Und am Ende ist es diese Schatzsuche zu sich selbst, da liegt halt echt viel Geröll und Gestein und alles Mögliche dar.
02:06:38: Bei dem einen ist es mehr, bei dem anderen ist es weniger.
02:06:40: Aber wir können uns alle auch ein bisschen helfen da aufzuräumen und einfach zu wissen... Und das war für mich was auch auf meinem Weg so heisam einfach zu Wissen jeder läuft damit rum.
02:06:51: Ja?
02:06:51: Und da auch so eine Milde miteinander zu haben.
02:06:54: Und einfach zu wissen dass du vorhin auch gesagt hast die Wahrscheinlichkeit, dass das nichts mit mir zu tun hat was gerade bei der anderen Person abgeht ist ziemlich groß.
02:07:04: Das ist
02:07:04: deren Kino, deren Aktivierungen Genauso in so einer Milde für sich selbst zu sein und auch dem Gegenüber.
02:07:12: Und das zu lernen, weil ich glaube wenn wir das schaffen haben wir richtig viel geschafft auf der Welt.
02:07:17: Deswegen danke, danke, Danke für dich, für deinen Sein, für alles was du geteilt hast.
02:07:23: Ich freue mich, ich hoffe wir setzen das irgendwann noch mal vor.
02:07:26: So gerne!
02:07:27: Ich bin darum gehen da noch tiefer und einfach.
02:07:31: wirklich Danke von Herzen für dich und fürs Gespräch.
02:07:35: Danke für Dich Und den Raum, liebe Laura.
02:07:37: War sehr schön.
02:07:38: Hat mich im Herzen gut getan und Freude gemacht.
02:07:42: Danke von Herzen.
02:07:53: Das Wichtigste was du in diesem Moment erinnern darfst ist das dieses Leben für dich erst.
02:08:02: Dass deine Seele, deine wunderschöne Seele gewählt hat in genau diesem Leben, in genau diesen
02:08:10: Moment genau
02:08:13: hier zu sein.
02:08:15: Und das alles,
02:08:18: wirklich alles was du brauchst, der ist.
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